
»Ja, flüchtig. Er holt sich Bücher bei uns aus der medizinischen Bibliothek und bringt sie dann nicht zurück. Ich musste zwei, drei Bibliothekarinnen hinter ihm herschicken, weil ich ein bestimmtes Buch brauchte, und zu einer war er so hässlich, dass ihr die Tränen kamen. Aber das ist wohl jetzt nicht wichtig.« Er ging wieder. Der Arzt, den die Polizei mitbrachte, stimmte mit Dr. Shulters Diagnose überein, machte sich ein paar Notizen und verschwand. Ein Fotograf nahm den Toten von drei verschiedenen Seiten auf, und dann wurde er in ein Tuch gehüllt und hinausgetragen.
Ein untersetzter Kriminalbeamter blieb zurück. Er stellte sich vor, indem er seinen Ausweis vorzeigte. »Jack Doheny.« Er hatte Hängebacken, und seine Stimme war ein rauher Bass. »Ralph Neufeld.« Er notierte sich den Namen und zeigte dann Brade, was er geschrieben hatte. »So richtig? Hm - irgendwelche Angehörige, mit denen wir uns in Verbindung setzen können?« Brade hob den Kopf und dachte nach. »Ja, seine Mutter. Im Sekretariat wird man ihre Adresse haben.«
»Wir werden uns erkundigen. Tja, und wie ist das jetzt passiert?« »Ich weiß es nicht. Ich habe ihn so gefunden.« »Hatte er Schwierigkeiten beim Studium?« »Nein, er war begabt. Denken Sie an Selbstmord?« »Selbstmörder benutzen manchmal Zyanid.« »Aber warum sollte er ein Experiment durchführen, wenn er sich nur das Leben nehmen wollte?«
Doheny sah sich misstrauisch im Labor um. »Das müssen Sie besser wissen als ich. Kann es ein Unfall, ein Versehen gewesen sein? Ich bin kein Chemiker.« Er machte mit der Hand eine Bewegung zu den Chemikalien hin.
»Theoretisch kann es natürlich ein Versehen gewesen sein«, sagte Brade. »Ralph war mit einer Reihe von Experimenten beschäftigt, bei denen er Natriumacetat in der Reaktionsmischung auflösen musste -« »Augenblick. Natrium - was?«
