
Brade buchstabierte das Wort, und Doheny notierte es ebenso sorgfältig. Brade fuhr fort: »Die Mischung wird auf dem Siedepunkt gehalten, und wenn das Acetat hinzugefügt worden ist, wird die Mischung in eine Säure verwandelt, so dass sich Essigsäure bildet.« »Ist Essigsäure giftig?«
»Nicht eigentlich. Sie ist im Essig enthalten. Sie verleiht ihm seinen besonderen Geruch. Die Sache ist jedoch die, dass Ralph Natriumzyanid verwandt haben muss - anstatt Natriumacetat.« »Wie ist das möglich? Sehen die gleich aus?«
»Überzeugen Sie sich selbst.« Brade holte die Flaschen mit Natriumzyanid und Natriumacetat von dem Regal herunter. Beide Flaschen waren aus braunem Glas, etwa zwanzig Zentimeter hoch, und beide waren auf die gleiche Weise etikettiert. Die Flasche mit Natriumzyanid hatte einen roten Zettel mit dem Wort GIFT. Brade schraubte die Plastikstöpsel beider Flaschen ab; Doheny sah vorsichtig hinein.
Er sagte: »Heißt das, dass diese Dinger immer so dicht nebeneinander auf dem Regal stehen?«
»Die Flaschen sind alphabetisch geordnet«, erwiderte Brade. »Halten Sie das Zyanid nicht unter Verschluss?«
»Nein.« Auf Brade lastete immer mehr das Bewusstsein, dass er sich seine Antworten überlegen musste, um nicht einen falschen Eindruck zu erwecken.
Doheny runzelte die Stirn. »Oh, da werden Sie aber Ärger kriegen. Wenn die Angehörigen des Jungen Ihnen wegen Fahrlässigkeit kommen, werden die Anwälte der Universität ins Schwitzen geraten.« Brade schüttelte den Kopf. »Keineswegs. Von den Chemikalien, die Sie dort sehen, ist die Hälfte giftig. Chemiker wissen das. Sie sehen sich vor. Sie wissen, dass Ihre Pistole geladen ist, nicht wahr? Sie schießen sich damit ja auch keine Kugel in den Leib.« »Das mag für Chemiker gelten; aber der junge Mann hier war doch erst Student.« »Er war nicht erst Student. Ralph hatte vor vier Jahren sein erstes naturwissenschaftliches Examen gemacht - mit dem Abgang vom College. Und seitdem hat er sich auf sein Abschlussexamen und seinen Doktor vorbereitet. Er war durchaus dafür qualifiziert, ohne Überwachung zu arbeiten, völlig selbständig. Das gilt für alle unsere Doktoranden. Sie helfen sogar bei der Aufsicht in den Labors für die jüngeren Semester.« »Hat er hier ganz allein gearbeitet?«
