Ein Schmerzensschrei ließ sie herumfahren. Sie eilte über den Gang zu dem Platz, auf dem die kranke Frau im Arm ihres Mannes lag. Sie hatte die Augen geschlossen. Janet beugte sich hinab und tupfte ihr den glitzernden Schweiß von der Stirn. Childer starrte sie an. Auf seinem Gesicht lagen jetzt sorgenvolle Falten. „Was können wir nur machen, Miß? Was ist nur mit ihr los?"

„Warm halten, Sir", sagte Janet. „Ich versuche inzwischen, einen Arzt an Bord ausfindig zu machen."

„Ich dachte auch eben daran, ob vielleicht einer an Bord wäre. Was machen wir aber, wenn keiner da ist?"

„Machen Sie sich keine Gedanken, Sir. Ich komme gleich wieder." Janet sah die Frau prüfend an, dann ging sie weiter und wiederholte mit leiser Stimme ihre Frage nach einem Arzt.

„Ist jemand krank?" wurde sie gefragt. „Ein wenig", sagte sie. „Das kommt beim Fliegen ja öfters vor. Bitte entschuldigen Sie, daß ich Sie geweckt habe."

Plötzlich klatschte eine Hand auf ihren Arm. Sie gehörte einem der Vier des Whisky-Quartetts, dessen Gesicht gelb und durchscheinend wirkte. „Entschuldigen Sie, wenn ich Ihnen Arbeit mache, Miß. Aber ich fühle mich, als säße ich in der Hölle. Bitte, haben Sie ein Glas Wasser für mich?"

„Aber selbstverständlich", sagte Janet. „Ich bringe es Ihnen sofort."

„So miserabel war mir noch nie zumute", sagte der Mann. Er lehnte sich zurück und blies die Backen auf, als wäre es sehr heiß. Einer seiner Freunde erwachte, öffnete die Augen und setzte sich aufrecht. „Was ist denn los?" grölte er.

„Irgendwas mit meinen Innereien", versuchte der Kranke zu scherzen. „Es fühlt sich an, als kämen sie gleich allesamt heraus..." Seine Hand fuhr an den Magen, als ihn ein neuer Anfall überkam.

Janet rüttelte Spencer leise an der Schulter. Er öffnete erst ein Auge, dann alle beide. „Es tut mir schrecklich leid, Sir, Sie wecken zu müssen", sagte sie. „Aber ist einer von Ihnen Arzt?"



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