Ich sollte ihm um Gottes willen nur bekennen, WER denn dachte, wenn meine rechte Halbkugel dachte, und ICH nicht wußte, WAS sie dachte. Als ich ihn an Professor Eccles verwies, der als Anhänger der Theorie des linksseitigen Bewußtseins die Ansicht vertritt, die rechte Hemisphäre denke überhaupt nicht, äußerte er sich sehr abfällig über den Mann. Er wußte ja bereits, daß ich der rechten Hälfte nach und nach die Taubstummensprache beibrachte, und so forderte er mich auf, zu Eccles zu gehen und ihm zu sagen, daß er im Irrtum sei. Statt die Vorlesungen zu besuchen, vertiefte sich der Student in medizinische Zeitschriften, er hatte schon herausgefunden, daß die Nervenbahnen sich kreuzen, und suchte nun in den dicksten Wälzern eine Antwort auf die Frage, warum zum Teufel diese Kreuzung erfolgt ist, warum das rechte Gehirn die linke Körperhälfte regiert und umgekehrt, aber davon stand natürlich nirgends auch nur ein Wort. „Entweder hilft uns das beim Menschsein, oder es schadet“, räsonierte er. Beim Studium der Psychoanalytiker fand er einen heraus, der der Ansicht war, in der linken Halbkugel stecke das Bewußtsein, in der rechten hingegen das Unterbewußtsein, aber es gelang mir, ihm das aus dem Kopf zu schlagen. Ich war aus begreiflichen Gründen belesener als er. Da ich mich weder mit mir noch mit einem Burschen schlagen wollte, der vor Wissensgier brannte, ging ich auf Reisen oder ergriff vielmehr die Flucht. Ich fuhr nach New York und kam vom Regen in die Traufe.

Ich nahm mir in Manhattan ein Appartement, von dem aus ich täglich eine öffentliche Bibliothek aufsuchte, um Yozawitz, Werner, Tucker, Woods, Shapiro, Riklan, Schwartz, Szwarc, Shwarts, Sai-Mai-Halassz, Rossi, Lishman, Kenyon, Harvey, Fischer, Cohen, Brumback und um die dreißig sonstiger verschiedener Rappaports zu lesen. Da ich jedesmal mit der U-Bahn oder dem Autobus fuhr, kam es unterwegs immer wieder zu drastischen Szenen, weil ich alle hübscheren Frauen, vornehmlich Blondinen, in den Hintern kniff.



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