Das tat natürlich meine linke Hand, nicht einmal immer im Gedränge. Suchen Sie sowas mal mit wenigen Worten zu rechtfertigen! Daß ich das eine oder andere Mal eine Maulschelle einfing, war dabei weniger schlimm, als daß die meisten überhaupt nicht übelnahmen, daß sie auf diese Weise angemacht wurden. Sie hielten es für die Einleitung zu einem kleinen Flirt, und das war wirklich das letzte, was ich damals im Kopfe hatte. Ohrfeigen bezog ich, soweit ich es beurteilen konnte, von Vertreterinnen der Women’s Liberation, sehr selten übrigens, weil hübsche Frauen unter ihnen so gut wie gar nicht vorkommen.

Schließlich sah ich ein, daß ich der bedrückenden Lage allein nicht entkommen konnte, und nahm Kontakt zu führenden Autoritäten auf. Die Wissenschaftler nahmen sich meiner an, ich wurde untersucht, durchleuchtet, stachistoskopiert, mit Elektroschocks behandelt, mit vierhundert Elektroden umwickelt, an einen Spezialsessel gebunden und veranlaßt, mir durch einen Diopter stundenlang Äpfel, Hunde, Gabeln, Kämme, alte Männer, Tische, Mäuse, Pilze, Zigarren, Gläser, nackte Frauen, Säuglinge und einige tausend andere auf eine Leinwand projizierte Dinge anzusehen. Anschließend sagte man mir, was ich schon vorher gewußt hatte: Würde mir in diesem Apparat eine Billardkugel gezeigt, wie nur meine linke Hemisphäre sie sieht, so wäre meine rechte Hand nicht imstande, die Kugel aus einem Sack unter verschiedenen Gegenständen zu ertasten. Umgekehrt verhalte es sich ebenso, denn die Linke wisse nicht, was die Rechte tue. Man betrachtete mich daraufhin als einen banalen Fall, und das Interesse an mir ließ nach. Ich ließ aber auch kein Sterbenswörtchen verlauten, daß ich meiner stummen Hälfte die Taubstummensprache beibrachte. Schließlich ging es darum, über mich etwas in Erfahrung zu bringen, nicht aber zur Weiterbildung von Wissenschaftlern beizutragen.



12 из 274