Es ist unvermeidlich, daß ich die eine Hand nicht nur gebrauchen muß, um die andere durch Gesten ins Gebet zu nehmen, sondern auch um ihre Widerspenstigkeit zu zähmen. Ich will hier gar nichts verschleiern: Ich würde der eigenen Extremität endlich mal eins überbraten, aber das ist eben der Witz, daß nur der rechte Arm stärker als der linke ist, während die Beine in dieser Hinsicht ebenbürtig sind. Bei mir kommt schlimmerweise hinzu, daß mein rechter Fuß auf der kleinen Zehe ein hochbetagtes Hühnerauge trägt und der linke sehr wohl davon weiß. Als im Autobus jener Skandal passierte und ich die linke Hand mit Gewalt in die Tasche steckte, rächte sich ihr Fuß mit einem solchen Tritt auf die genannte Stelle, daß ich Sterne sah. Ich weiß nicht, ob meine Schreiberei Folge eines durch meine Halbierung hervorgerufenen Intelligenzschwundes ist, aber immerhin merke ich noch, wenn dabei Blödsinn herauskommt: Der Fuß der linken Hand ist eigentlich einfach der linke Fuß. Es gibt Momente, wo mein unglückseliger Leib in zwei feindliche Lager zerfällt.

Ich habe mich eben unterbrechen müssen, weil ich mir einen Tritt zu geben versuchte, das heißt, der linke Fuß wollte den rechten treten, also nicht ich mich und nicht mich ich, jedenfalls nicht komplett ich — die Grammatik ist auf solche Situationen überhaupt nicht eingerichtet. Ich wollte mir schon die Schuhe ausziehen, ließ es jedoch. Man darf sich selbst in solcher Not nicht zum Narren machen. Ich trete mir doch nicht selber die Hacken kaputt, bloß um zu erfahren, wie das mit der Instruktion und den Kabeln war! Zwar habe ich mich manchmal schon mit mir selber in der Wolle gehabt, aber da herrschten ganz andere Voraussetzungen: einmal, in der Zeitschleife, als Früherer mit dem Späteren, nachher durch die Vergiftung mit Benignatoren.



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