So verging der Tag: Wir landeten einige Male. Ich war in jener Zeit damit beschäftigt, die Lebensereignisse von Murat zusammenzustellen und zu ordnen, und ein Teil dieser Ereignisse war an den Orten vorgefallen, wo wir uns befanden; bald bat ich Jadin, eine Zeichnung für mich zu entwerfen, bald wollte ich eine einfache Untersuchung der Örtlichkeit vornehmen.

Jedesmal näherte ich mich dem Aufseher, um ihn zu befragen, doch jedesmal begegnete ich dem Blick Gabriel Lamberts, der mir so demütig, so flehend vorkam, daß ich die Erläuterung, die ich verlangen wollte, auf später verschob.

Um fünf Uhr nachmittags kehrten wir zurück.

Da der Rest des Tages dem Mittagessen und der Arbeit gewidmet sein sollte, entließ ich meinen Aufseher und seine Truppe und bestellte ihn für den nächsten Morgen um acht Uhr.

Unwillkürlich konnte ich an nichts anderes denken als an diesen Menschen. Es ist uns allen zuweilen vorgekommen, daß wir in unserer Erinnerung einen Namen suchen, den wir nicht wiederfinden, und dennoch haben wir diesen Namen einst ganz genau gewußt. Dieser Name flieht gleichsam das Gedächtnis, wir haben den Klang im Ohr, die Form im Geist; ein flüchtiger Schimmer erleuchtet ihn, er will mit einem Ausruf aus unserem Mund hervor, plötzlich aber entweicht dieser Name abermals, versenkt sich wieder tiefer ins Dunkel und verschwindet ganz und gar, so daß man sich am Ende fragt, ob man ihn nicht im Traum gehört habe. Und schließlich kommt es einem vor, als müsse sich der Geist, werde er seine Forschung weiter fortsetzen, in der Finsternis verlieren und an die Grenzen des Wahnsinns gelangen.



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