Es war der, den ich unter dem Namen Rossignol kennengelernt hatte.

Ich begriff, daß es Gabriel möglich geworden war, mir zu schreiben, und daß es Rossignol übernommen hatte, sein Bote zu sein.

Ich erwiderte mit einer Gebärde des Einverständnisses das Zeichen, das er mir machte, und dankte dem Aufseher.

»Wünschte ihn der Herr vielleicht zu sprechen?« fragte mich der Aufseher. »In diesem Fall würde ich ihn selbstverständlich, krank oder nicht krank, morgen kommen lassen.«

»Nein«, erwiderte ich, »es ist mir gestern nur sein Gesicht aufgefallen, und als ich ihn heute nicht unter seinen Kameraden sah, erkundigte ich mich nach der Ursache seiner Abwesenheit. Es scheint mir, dieser Mensch steht über denen, mit welchen er zusammen ist.«

»Ja, ja«, sagte der Aufseher, »es ist einer von unseren Herren; er mag machen, was er will, man sieht es sogleich.«

Ich wollte meinen braven Aufseher fragen, was er unter den Worten »unsere Herren« verstünde, als ich Rossignol sah, der, während er zugleich seinen Kettengefährten nach sich zog, einen Stein aufhob und den Brief, den er mir gezeigt hatte, unter diesem Stein verbarg.

Von nun an hatte ich, wie man leicht begreift, nur noch ein Verlangen: das, diesen Brief zu lesen.

Ich entließ den Aufseher mit einer Kopfbewegung, die ihm andeutete, daß ich ihm nichts mehr zu sagen hatte, und setzte mich zu dem Stein.

Er kehrte sogleich zurück, um seinen Platz im Vorderteil der Barke wieder einzunehmen.

Während dieser Zeit hob ich den Stein auf und bemächtigte mich des Briefes, und seltsamerweise nicht ohne eine gewisse innere Bewegung.

Ich begab mich wieder in meine Wohnung.



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