
Leider war ich weder Dante noch Milton, noch Goethe. Und wenn der Tag kam, zerstörte er mir die Arbeit der Nacht.
Der Morgen brach an. Ich wurde durch einen Kanonenschuß geweckt und sprang aus dem Bett.
Ich öffnete mein Fenster, Lichtströme bemächtigten sich meines Zimmers und trieben alle die armen, über den hellen Tag erschrok-kenen Gespenster meiner Schlaflosigkeit vor sich her. Da sah ich majestätisch einen prachtvollen Dreimaster, die »Triton« oder die »Montebello« auf der Reede schwimmen; und direkt vor meiner Villa, als geschähe es zu meiner Unterhaltung, ließ er seine Mannschaft manövrieren und seine Kanoniere Übungen vornehmen.
Dann kamen die Tage des Sturms, die Tage, wo der so reine Himmel sich mit düsteren Wolken verschleierte, wo das so azurne Mittelmeer aschgrau wurde, wo der so sanfte Wind sich in einen Orkan verwandelte.
Da war dann nicht mehr der weite Spiegel des Himmels; die so ruhige Oberfläche begann zu kochen wie an dem Feuer eines unterirdischen Ofens. Die Wellen wurden zu Bergen. Die sanfte blonde Amphitrite schien, wie ein empörter Riese, den Himmel erklettern zu wollen, krümmte und rang die Arme in den Wolken und heulte mit jener mächtigen Stimme, die man nicht mehr vergißt, wenn man sie einmal gehört hat.
