
Sie richtete sich auf und starrte mich an. »Ich finde das gar nicht witzig.«
»Vorigen Monat fandest du creme caramel himmlisch.«
»Sei nicht albern.«
»Er sagte, ich sollte nach Moskau fahren. Mit einem Auftrag, nicht um mich der marxistisch-leninistischen Lehre in die Arme zuwerfen.«
Langsam schloß sie die Kühlschranktür. »Was für ein Auftrag?«
»Ich soll jemand finden. Aber ich fahre nicht.«
»Wen?«
»Das hat er nicht gesagt. Komm, laß uns was trinken. Im Wohnzimmer brennt der Kamin.«
Sie folgte mir durch die Halle und kuschelte sich mit einem Glas Weißwein in einen tiefen Sessel.
»Wie geht’s den Schweinen, Gänsen und Mangoldwurzeln?«
»Wachsen, blühen und gedeihen«, sagte ich.
Ich hatte keine Schweine, Gänse und erst recht keine Mangoldwurzeln. Eine Menge Rinder hatte ich, drei Quadratmeilen von Warwickshire, und die ganzen neuzeitlichen Probleme des Nahrungsmittelproduzenten. Ich hatte mich daran gewöhnt, den Ertrag in Tonnen pro Hektar zu messen, war aber immer noch nicht von einer Regierungspolitik überzeugt, die mich manchmal dafür bezahlte, daß ich etwas nicht anbaute, und mir bei Zuwiderhandlung mit Strafe drohte.
»Und die Pferde?« fragte Emma.
»Ach ja .«
Ich räkelte mich faul in meinem Sessel, sah, wie das Licht der Tischlampe auf ihr silbriges Haar fiel und beschloß, von jetzt an bei dem Gedanken, daß ich keine Rennen mehr reiten würde, nicht mehr zusammenzuzucken.
»Ich werde sie wahrscheinlich verkaufen«, verkündete ich.
»Es gibt schließlich noch Jagden.«
»Das ist nicht dasselbe. Und es sind keine Jagdpferde. Es sind Rennpferde, und sie gehören auf eine Rennbahn.«
»Du hast sie so lange trainiert ... warum läßt du sie nicht von anderen Leuten reiten?«
»Ich habe sie für mich trainiert. Für andere mache ich das nicht.«
Sie runzelte die Stirn. »Du ohne Pferde ... das kann ich mir gar nicht vorstellen.«
