
Auch für Haftschalen gab es gewisse Einschränkungen, wenn sie auch nicht ganz verboten waren: Doch obwohl ich alles versucht und bis zur chronischen Bindehautentzündung gelitten hatte, meine Augen und Haftschalen blieben unvereinbar. Wenn ich also keine Haftschalen vertrug, konnte ich auch nicht länger Rennen reiten. Vorbei zwölf Jahre voller Spaß. Vorbei das Streben nach Sieg, die Geschwindigkeit, die berauschende Lust. Bedauerlich, sehr bedauerlich, aber es ist nur zu deinem Besten.
Das Wochenende nahm seinen üblichen Verlauf, eine Fahrt über den Besitz, der Besuch der lokalen Rennen in Stratford-upon-Avon am Samstagnachmittag, Abendessen mit Freunden. Sonntagmorgen standen wir spät auf, faulenzten vor dem Kaminfeuer, umgeben von Zeitungen und der Aussicht auf getoastete Schinkensandwiches zum Mittagessen. Zwei zufriedenstellende Nächte lagen hinter uns, eine weitere hoffentlich vor uns. Emma war in anschmiegsamster Stimmung, und wir waren einem Eheleben so nahe, wie wir je sein würden.
In diesen häuslichen Frieden fuhr Hughes-Beckett mit seinem Daimler. Die Räder knirschten auf dem Kies: Ich stand auf, um zu sehen, wer gekommen war, und Emma ebenfalls. Wir sahen den Chauffeur und einen neben ihm sitzenden Mann aussteigen und die hinteren Türen aufreißen. Der einen entstieg Hughes-Beckett, der einen besorgten Blick auf das Haus warf, der anderen ...
Emmas Augen wurden ganz groß. »Mein Gott ... ist das nicht ...?«
»Ja, es ist.«
Sie warf einen verstörten Blick auf das unordentliche, gemütliche Zimmer. »Du kannst sie nicht hier reinbringen.«
»Nein, wir gehen in den Salon.«
»Aber ... hast du denn gewußt, daß sie kommen?«
»Natürlich nicht.«
»Du lieber Himmel.«
Wir sahen die beiden Besucher die wenigen Schritte zur Haustür zurücklegen. Ein Nein wird nicht akzeptiert, dachte ich. Jetzt werden die schweren Geschütze aufgefahren.
»Nun geh schon«, drängte Emma. »Frag, was sie wollen.«
