
So klang er direkt menschlich.»Möchten Sie einen Kaffee?«fragte ich.
Er sah auf seine Uhr, zog die Brauen hoch und sagte ja. Während ich den Kaffee aufgoß, nahm er wieder auf dem Hocker Platz, ein Mann um die Vierzig mit rotblondem, schütterem Haar, in einem abgetragenen grauen Anzug.
«Sind Sie verheiratet?«fragte er.
«Nein.«
«Verliebt in Mrs. Stuart?«
«Sie probieren aber auch alles, hm?«
«Wenn man nicht fragt, kommt man nicht weiter.«
Ich stellte Milch und Zucker auf den Tisch und bat ihn, sich zu bedienen. Nachdenklich rührte er seinen Kaffee um.
«Wann waren Sie zuletzt hier im Haus?«fragte er.
«Im März. Bevor sie nach Australien gefahren sind.«
«Australien?«
«Sie wollten sich den Jahrgangswein ansehen. Donald spielte mit dem Gedanken, australischen Wein en gros zu importieren. Sie waren mindestens drei Monate drüben. Warum konnten die Einbrecher nicht damals kommen, als beide weit vom Schuß waren?«
Er hörte die Bitterkeit in meiner Stimme.»Das Leben kann gemein sein. «Er führte vorsichtig den Becher an die Lippen, setzte ihn ab und blies auf den heißen Kaffee.»Was hätten Sie und Ihre Freunde heute gemacht? Wenn alles seinen normalen Gang genommen hätte?«
«Wir wären zum Pferderennen gefahren«, sagte ich.»Wie immer, wenn ich zu Besuch bin.«
«Die beiden waren rennsportbegeistert?«Das Imperfekt hörte sich falsch an. Doch so vieles gehörte jetzt der Vergangenheit an. Mir fiel es nur wesentlich schwerer als ihm, mich daran zu gewöhnen.
«Schon… aber ich glaube, sie gehen nur… sind nur meinetwegen mitgegangen.«
Er probierte noch einmal den Kaffee und wagte ein vorsichtiges Schlückchen.»Wie meinen Sie das?«fragte er.
«Mein Hauptsujet«, sagte ich,»sind Pferde.«
Donald kam erschöpft und mit geröteten Augen zur Hintertür herein.
