
«Die Presseleute schlagen ein Loch in die Hecke«, sagte er dumpf.
Inspektor Frost schnalzte mit der Zunge, stand auf, öffnete die Tür zum Flur und rief laut ins Hausinnere:»Wache? Sorgen Sie dafür, daß die Reporter nicht in den Garten eindringen.«
Eine ferne Stimme erwiderte:»Sir«, und Frost bat Donald um Entschuldigung.»Einfach wegschicken kann man die Leute nicht, verstehen Sie? Die Redakteure sitzen ihnen im Nacken. Wenn so etwas ist, machen sie uns das Leben sauer.«
Schon seit dem Morgen säumten Autos die Straße vor Donalds Haus, und Scharen von Reportern, Fotografen oder einfach Sensationslüsternen stürzten daraus hervor, sobald sich jemand an der Haustür zeigte. Wie ein Rudel hungriger Wölfe lagen sie auf der Lauer, und es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie sich auf Donald selbst stürzen würden. Rücksicht auf seine Gefühle war nicht zu erwarten.
«Die Zeitungen hören den Polizeifunk ab«, meinte Frost düster.»Manchmal ist die Presse schon vor uns am Ort eines Verbrechens.«
Das hatte seine komische Seite, aber für Donald wäre es keineswegs lustig gewesen, wenn es hier passiert wäre. Wobei die Polizei sogar mehr oder weniger davon ausgegangen war, denn der Polizist, der mich am Betreten des Hauses hindern wollte, hatte mich, wie ich inzwischen wußte, für einen besonders schnellen Reporter gehalten.
Donald ließ sich schwer auf einen Hocker fallen und legte müde die Ellenbogen auf den Tisch.
«Charles«, sagte er,»könntest du mir jetzt vielleicht ein wenig Suppe warm machen?«
«Sicher«, sagte ich überrascht. Vorhin hatte er es abgelehnt, etwas zu essen, als würde ihm bei dem bloßen Gedanken schlecht.
Frost hob wie auf ein Signal den Kopf, sein ganzer Körper straffte sich, und mir wurde klar, daß er bis dahin quasi im Leerlauf gefahren war und nur auf einen solchen Moment gewartet hatte. Er wartete auch noch, während ich eine Dose Campbell’s öffnete, den Inhalt mit etwas Wasser in einen Topf schüttete, Brandy hinzufügte und das Ganze umrührte, bis sich die Klümpchen auflösten. Er trank seinen Kaffee und wartete, bis Donald zwei Teller Campbell’s und einen Kanten braunes Brot verdrückt hatte. Dann bat er mich höflich, Leine zu ziehen, und begann, wie Donald mir hinterher sagte,»ernsthaft zu stochern«.
