Von Donalds begüterter Familie hatten sie viel gediegenes Tafelsilber geerbt. Als Freund schöner alter Dinge hatte Donald es gern benutzt, aber mit dem Silber schien auch die Freude an seinem Besitz verlorengegangen zu sein. Statt ihm nachzutrauern, zählte er alles mit unbeteiligter Stimme auf, und als wir mit dem Sideboard fertig waren, klang er nur noch gelangweilt.

Vor dem leeren Regal, das erlesenes Porzellan aus dem frühen neunzehnten Jahrhundert beherbergt hatte, verging ihm die Lust endgültig.

«Was soll’s?«meinte er traurig und wandte sich ab.»Das ist mir einfach zu mühsam…«

«Sollen wir uns an die Gemälde machen?«

Er blickte geistesabwesend auf die kahlen Wände. Die Anordnung der fehlenden Bilder war an den hellen Rechtecken in dem zarten Olivgrün klar zu erkennen. Hier hatten vorwiegend neuere Briten gehangen: ein Hockney, ein Bratby, zwei Lowrys und ein Spear etwa, alles Werke aus zurückhaltenderen Phasen der Künstler. Donald hielt nichts von Bildern, die» hier! schreien und wichtig tun«.

«Du hast sie wahrscheinlich besser im Kopf als ich«, sagte er.»Übernimm du das.«

«Ich bekäme nicht alle zusammen.«

«Ist was zu trinken da?«

«Nur der Brandy zum Kochen«, sagte ich.

«Wir können ja einen Wein aufmachen.«

«Welchen Wein?«

«Aus dem Keller. «Plötzlich riß er die Augen auf.»Herrgott, den Keller habe ich ganz vergessen.«

«Ich wußte gar nicht, daß du einen hast.«

Er nickte.»Deswegen habe ich das Haus gekauft. Ideale Temperatur und Luftfeuchtigkeit für die Langzeitlagerung. Da unten liegt ein kleines Vermögen an Bordeaux-Rotwein und Port.«

Fehlanzeige. Wir fanden drei Reihen leergeräumter Regale und auf einem Holztisch einen einzelnen Karton.

Donald zuckte nur die Achseln.»Tja… das war’s dann.«

Ich klappte den Karton auf und sah die schlanken Hälse verkorkter Weinflaschen.



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