
«Die haben sie in der Eile wenigstens dagelassen«, sagte ich.
«Vielleicht auch bewußt. «Donald lächelte schief.»Das ist australischer Wein. Den haben wir von der Reise mitgebracht.«
«Besser als nichts«, meinte ich geringschätzig und zog eine Flasche heraus, um das Etikett zu lesen.
«Besser als viele andere, glaub mir. Es gibt ausgezeichneten australischen Wein.«
Ich brachte den ganzen Karton in die Küche hinauf und stellte ihn auf den Tisch. Die Treppe führte vom Keller in den Wirtschaftsraum, wo die Waschmaschine und andere Haushaltsgeräte standen, und ich hatte hinter der Kellertür eigentlich immer einen Wandschrank vermutet. Nachdenklich betrachtete ich das unauffällige, weißgestrichene Rechteck, das sich nahtlos ins Gesamtbild einfügte.
«Glaubst du, die Einbrecher haben von dem Wein gewußt?«fragte ich.
«Weiß der Himmel.«
«Ich hätte ihn nie gefunden.«
«Du bist aber auch kein Einbrecher.«
Er holte einen Korkenzieher, öffnete eine Flasche und goß die dunkelrote Flüssigkeit in zwei Trinkgläser. Selbst für meinen ungeschulten Gaumen war es ein fabelhafter Wein. Wynns Coonawarra Cabernet Sauvignon. Schon der Name zerging auf der Zunge. Donald kippte den guten Tropfen herunter, als wäre es Wasser, und ein paarmal stieß ihm das Glas gegen die Zähne. Seine Bewegungen waren unsicher, als hätte er plötzlich die einfachsten Dinge verlernt — offensichtlich kreisten seine Gedanken immer wieder um Regina, und das lähmte ihn regelrecht.
Der alte Donald war ein selbstbewußter Mensch gewesen, der mit Kompetenz ein mittelgroßes, ererbtes Geschäft weitergeführt und ausgebaut hatte. Bernsteinfarbene Augen, die oft lächelten, belebten ein grob geschnittenes, hartes Gesicht, und für eine gute Frisur war ihm sein Geld nie zu schade gewesen.
Der neue Donald war ein zuinnerst erschütterter Zauderer, ein Mann, der nichts verkehrt machen wollte, der aber beim Treppensteigen über die eigenen Füße stolperte.
