Wir verbrachten den Abend in der Küche, unterhielten uns über alles und nichts, improvisierten etwas zu essen und räumten die Vorräte wieder in die Regale. Donald hielt fleißig mit, stellte aber jede zweite Dose verkehrt herum hin.

Dreimal klingelte es zwischendurch an der Haustür, aber nicht in dem Code, den wir mit der Polizei vereinbart hatten. Das Telefon war still, der Hörer lag neben dem Apparat. Donald hatte die gutgemeinten Angebote mehrerer Freunde im Ort ausgeschlagen und zitterte sichtlich bei dem Gedanken, irgend jemanden außer Frost und mir um sich zu haben.

«Warum gehen die nicht weg?«sagte er verzweifelt nach dem dritten Klingeln an der Haustür.

«Das werden sie erst, wenn sie dich gesehen haben«, sagte ich und dachte: Wenn sie dich ausgelutscht und die Schale ausgespuckt haben.

Er schüttelte den Kopf.»Ich kann einfach nicht.«

Es war, als ständen wir unter Belagerung.

Schließlich gingen wir zu Bett, obwohl es aussah, als würde Donald wie in der Nacht zuvor wieder kaum ein Auge zutun. Das Schlafmittel, das ihm der Polizeiarzt dagelassen hatte, rührte er nicht an. Auch an diesem Abend war mein Zureden vergebens.

«Nein, Charles. Ich hätte das Gefühl, daß ich sie verrate. Sie w-wegdränge. Nur an mich selbst denke und nicht daran… w-wie schrecklich sie gestorben ist… wie allein… ohne jemand, der sie… liebhat.«

Er wollte ihr seinen Kummer gewissermaßen als Trost anbieten. Ich schüttelte zwar den Kopf darüber, ließ ihn aber in Ruhe.

«Macht es dir was aus«, fragte er zögernd,»wenn ich heute nacht allein schlafe?«

«Überhaupt nicht.«

«Wir können dich ja in einem anderen Zimmer einquartieren.«

«Klar.«

Er öffnete einen Wäscheschrank im oberen Flur und deutete unentschlossen auf den Inhalt.»Kommst du zurecht?«



15 из 213