«Don?«sagte ich. Ich ging auf ihn zu.»Donald!«

Er hörte mich nicht. Ein Polizist dagegen schon. Rasch kam er in seiner dunkelblauen Uniform aus dem Wohnzimmer, packte mich am Arm und schob mich unsanft wieder in Richtung Tür.

«Bleiben Sie bitte draußen, Sir«, sagte er.

Donalds verstörte Augen blickten unsicher zu uns her.

«Charles…«Seine Stimme war belegt.

Der Polizeibeamte lockerte seinen Griff ein wenig.»Kennen Sie den Mann, Sir?«fragte er Donald.

«Ich bin sein Cousin«, sagte ich.

«Oh. «Er ließ mich los, befahl mir, zu warten und mich um Mr. Stuart zu kümmern, und holte sich Rat.

«Was ist passiert?«fragte ich.

Von Donald war keine Antwort zu bekommen. Er drehte den Kopf wieder zur Wohnzimmertür, angezogen von etwas Schrecklichem, das sich dahinter verbarg. Ich pfiff auf die polizeiliche Anweisung, machte zehn leise Schritte und schaute hinein.

Das vertraute Zimmer war ungewöhnlich leer. Keine Gemälde, kein Dekor, keine Kante an Kante liegenden Orientteppiche. Nur kahle, graue Wände, chintzbezogene Sofas, schiefgerückte Möbel, viel staubiges Parkett.

Und auf dem Parkett, tot in ihrem Blut, lag die junge Frau meines Cousins.

Überall in dem großen Raum waren Polizisten mit Bandmaß, Kamera und Einstaubpulver bei der Spurensicherung. Ich wußte, daß sie dort waren, ohne daß ich sie sah. Ich sah nur Regina, wie sie auf dem Rücken lag, ihr Gesicht sahneweiß.

Die halb geöffneten Augen glänzten noch schwach, der Unterkiefer war heruntergeklappt, so daß die Schädelkonturen hart hervortraten. Eine Urinpfütze stand naß auf dem Parkett um ihre gespreizten Beine, und der eine Arm war seitlich ausgestreckt, die leblosen weißen Finger wie bittend nach oben geöffnet.

Es hatte kein Pardon gegeben.



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