Ich betrachtete die scharlachrote Masse ihres Schädels und merkte, wie mir das Blut aus dem Gesicht wich.

Der Polizist, der mich vorhin aufgehalten hatte, wandte sich von seinem um Rat gefragten Kollegen ab, sah mich wankend in der Tür stehen und kam mit raschen Schritten wieder zu mir.

«Sie sollten doch draußen bleiben, Sir«, sagte er verärgert, als wollte er klarstellen, daß ich an meinem Schwächeanfall selbst schuld sei.

Ich nickte stumm und kehrte in den Flur zurück. Donald saß auf der Treppe und blickte ins Leere. Abrupt ließ ich mich neben ihm auf den Boden fallen und nahm den Kopf zwischen die Knie.

«Ich-ich… habe sie gefunden«, sagte er.

Ich schluckte. Was konnte man sagen? Es war schon für mich schlimm genug, aber er hatte mit ihr zusammengelebt und sie geliebt. Das Schwächegefühl legte sich allmählich, doch ein leichter Brechreiz blieb zurück. Ich lehnte mich an die Wand hinter mir und wünschte, ich könnte ihm helfen.

«Sie ist freitags… n-nie zu Hause«, sagte er.

«Ich weiß.«

«Um sechs… um sechs… k-kommt sie erst heim. Immer.«

«Ich hol dir einen Brandy«, sagte ich.

Ich rappelte mich hoch und ging ins Eßzimmer, und erst dort drang mir die Bedeutung des leeren Wohnzimmers ins Bewußtsein. Auch im Eßzimmer waren die Wände kahl, die Borde leer, und aus den Schränken gerissene Schubladen lagen ausgekippt auf dem Boden. Kein Stück Silberware. Kein Tafelsilber. Kein antikes Porzellan. Nur ein Haufen Untersetzer, Servietten und Glasscherben.

Bei meinem Cousin war eingebrochen worden. Und Regina… Regina, die freitags nie daheim war… hatte die Einbrecher gestört…

Zornentbrannt ging ich zu dem geplünderten Sideboard und hätte am liebsten allen Gierhälsen und abgebrühten Lumpen, die bedenkenlos das Leben ihnen unbekannter Menschen zerstörten, die Köpfe eingeschlagen. Mitgefühl war nur etwas für Heilige. Ich fühlte blanken Haß, heiß und innig.



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