
«Charles Todd.«
«Alter?«
«Neunundzwanzig.«
«Beruf?«
«Maler.«
Der Assistent schrieb diese faszinierenden Einzelheiten ungerührt in sein kleines Notizbuch.
«Anstreicher oder Künstler?«fragte der Inspektor.
«Künstler.«
«Und wo kommen Sie jetzt her?«
«Ich bin um 14.30 Uhr in Paddington in den Zug gestiegen und vom Bahnhof zu Fuß hierhergekommen.«
«Zweck des Besuchs?«
«Kein bestimmter. Ich bin jedes Jahr ein- oder zweimal hier.«
«Befreundet also?«
«Ja.«
Er nickte unverfänglich. Wandte seine Aufmerksamkeit wieder Donald zu und befragte ihn weiter, aber geduldig und ohne zu drängen.
«Wann kommen Sie denn normalerweise freitags nach Hause, Sir?«
Don sagte tonlos:»Gegen fünf.«
«Und heute?«
«Heute auch. «Seine Gesichtsmuskeln zuckten krampfhaft.»Ich habe gesehen… daß eingebrochen worden war… und habe die Polizei… «
«Ja, Sir. Wir erhielten Ihren Anruf um siebzehn Uhr sechs. Und nachdem Sie uns verständigt hatten, sind Sie ins Wohnzimmer gegangen, um zu sehen, was dort entwendet worden war?«
Donald schwieg.
«Wie Sie wissen, fand Sie unser Sergeant ja dort.«
«Wieso?« sagte Donald gequält.»Wieso ist sie heimgekommen?«
«Das werden wir wohl herausfinden, Sir.«
Die vorsichtige Befragung zog sich endlos hin, führte aber, soweit ich es beurteilen konnte, zu nichts, außer daß sie Donald an den Rand des Nervenzusammenbruchs trieb.
Ich bekam ganz gewöhnlichen, in dieser Situation aber doch ein wenig beschämenden Hunger, da ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte. Mit Bedauern dachte ich an das freudig erwartete Abendessen, an Regina, wie sie mit lockerer Hand Zutaten mischte, Kräuter und Wein beigab und immer wieder scheinbar spielend ein Festmahl auf den Tisch brachte. Regina mit ihrem dunklen Pagenkopf und dem vergnügten Lächeln, schwatzhaft, für jeden Spaß zu haben, aber strikt gegen Fuchsjagden. Eine junge Frau, die niemandem etwas zuleide tun konnte — ermordet.
