Irgendwann am Abend wurde ihr Leichnam in einen Krankenwagen geladen und fortgebracht. Ich hörte es, Donald aber sah nicht so aus, als registrierte er, was vorging. Wahrscheinlich errichtete er innerlich Schranken gegen das Unerträgliche, und das konnte man ihm kaum verdenken.

Schließlich stand der Inspektor auf und streckte seine Glieder, die von dem Hocker ganz verspannt waren. Er sagte, er werde für die Nacht einen Mann als Wache zurücklassen und am Morgen selbst wiederkommen. Donald, der offensichtlich nicht recht hingehört hatte, nickte zerstreut und saß, als die Polizei fort war, immer noch unbeweglich auf dem Gartenstuhl, ohne Kraft, sich aufzuraffen.

«Komm«, sagte ich.»Gehen wir schlafen.«

Ich nahm ihn beim Arm, bewog ihn aufzustehen und führte ihn die Treppe hinauf. Benommen, ohne Widerrede kam er mit.

Ihr Schlafzimmer sah wie ein Schlachtfeld aus, aber das Zweibettzimmer, das sie für mich hergerichtet hatten, war verschont geblieben. Er ließ sich angekleidet auf das eine Bett fallen, legte den Arm übers Gesicht und stellte in fürchterlicher Verzweiflung die Frage, die alle Leidtragenden dieser Welt bewegt:

«Warum? Warum mußte gerade uns das passieren?«

Ich blieb acht Tage bei Donald, und einige Fragen, wenn auch nicht diese eine, wurden bis dahin beantwortet.

Eine ganz einfache Erklärung gab es für Reginas vorzeitige Heimkehr. Zwischen ihr und der befreundeten Floristin war es nach wochenlang unterdrückter Verstimmung zu einem so heftigen Streit gekommen, daß Regina auf der Stelle gekündigt hatte. Sie war gegen halb drei gegangen und wahrscheinlich direkt nach Hause gefahren, denn man schätzte, daß sie um fünf bereits zwei Stunden tot war.

Diese in Kanzleisprache abgefaßte Auskunft erteilte der Inspektor Donald am Samstag nachmittag. Donald ging in den herbstlichen Garten und weinte.



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