«Ja, Liebes. Ja«, sagte Nerissa beruhigend.»Setz dich erst mal, Liebes, und Edward gibt dir einen Sherry.«

Ich goß uns allen dreien etwas von der klaren, hellen Flüssigkeit ein, doch Nerissa rührte ihr Glas kaum an. Sie saß in einem langärmeligen blauen Leinenkleid in einem Sessel aus Goldbrokat, den Rücken der Sonne zugewandt und ihr Gesicht im Schatten.

«Wie geht’s den zwei kleinen Strolchen?«fragte sie.»Und der süßen kleinen Libby? Und Edward, mein Lieber, so dünn, das steht dir nicht. «Sie redete weiter, machte gewandt Konversation, zeigte Interesse für unsere Antworten und gab uns keine Gelegenheit, zu fragen, was mit ihr los war.

Als sie ins Eßzimmer ging, benutzte sie einen Gehstock und meinen Arm als Stütze, und der extraleichte Lunch, der auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten war, gab mir nichts von meinen verlorenen Pfunden wieder. Anschließend gingen wir zum Kaffee langsam zurück in das Sommerzimmer.

«Rauch nur, Edward. Im Schrank sind Zigarren. Du weißt, wie ich den Geruch mag… und hier raucht kaum noch jemand.«

Ich nahm an, daß man es wegen ihrer Gesundheit bleiben ließ, aber wenn sie es wünschte, würde ich es tun, obwohl ich selten und nur abends rauchte. Es waren Coronas, aber ein wenig trocken schon vom langen Liegen. Ich zündete eine an, und sie atmete tief den Rauch ein und lächelte mit echtem Vergnügen.

«Wie gut das tut«, sagte sie.

Charlie goß den Kaffee ein, doch wieder trank Nerissa kaum. Sie lehnte sich langsam in ihrem Sessel zurück und kreuzte ihre schlanken Beine.

«Also, meine Lieben«, sagte sie ruhig,»Weihnachten werde ich tot sein.«

Wir schüttelten nicht einmal den Kopf. Es war allzu leicht zu glauben.

Sie lächelte uns an.»Wie vernünftig ihr seid. Kein albernes In-Ohnmacht-Fallen, kein Getue. «Sie hielt inne.»Wie es aussieht, habe ich irgend so eine blöde Krankheit, und man sagt mir, daß da nicht viel zu machen ist.



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