
Wir nickten.
«Sie ist im vorigen Winter gestorben«, sagte ich.
«Ja… ein schwerer Schlag. «Nerissa schien den Tod ihrer Schwester viel tragischer zu nehmen als ihren eigenen.»Sie hatte keine nahen Verwandten außer mir, und sie hinterließ mir fast alles, was sie von ihrem Mann geerbt hatte. Und ihre ganzen Pferde auch. «Sie hielt inne, um ihre Kräfte und ihre Gedanken zu sammeln.»Es waren damals Jährlinge. Teure Jährlinge. Ihr Trainer schrieb mir, ob ich sie verkaufen wollte, da man südafrikanische Pferde wegen der Quarantänebestimmungen nicht nach England holen kann. Aber ich dachte, es wäre vielleicht ganz schön, ganz interessant, sie in Südafrika laufen zu lassen und nachher an ein Gestüt zu verkaufen. Aber jetzt — tja, jetzt werde ich nicht mehr da sein, wenn sie alt genug für die Zucht sind, und sie haben bereits enorm an Wert verloren.«
«Liebste Nerissa«, sagte Charlie.»Spielt das eine Rolle?«
«O ja. Ja, meine Liebe, das tut es«, sagte sie nachdrücklich.»Ich vermache sie nämlich meinem Neffen Danilo, und mir mißfällt der Gedanke, ihm etwas Wertloses zu hinterlassen.«
Sie blickte von einem zum anderen.»Ich weiß gar nicht habt ihr Danilo mal kennengelernt?«
Charlie sagte:»Nein«, und ich sagte:»Ich habe ihn ein paarmal gesehen, als er ein kleiner Junge war. Du hast ihn immer mit in den Stall gebracht.«
«Richtig, das stimmt. Und dann hat mein Schwager sich von dieser gräßlichen Frau, Danilos Mutter, endlich scheiden lassen und ist mit ihm nach Kalifornien gezogen. Nun, Danilo war kürzlich in England, und er ist ein richtig netter junger Mann geworden. Ist das nicht ein Glück, ihr Lieben? Wo ich doch so wenig Verwandte habe. Genaugenommen ist Danilo sogar der einzige, und selbst er ist kein Blutsverwandter, da sein Vater der Bruder meines lieben John war, versteht ihr?«
