
Sie schüttelte den Kopf.»Du bist schlauer, als du denkst.«
«Aber klar«, sagte ich.»Sicher.«
Sie verzog das Gesicht, und wir fuhren eine Weile schweigend. Dann sagte sie:»Als du draußen warst, um dir die beiden jungen Steepler auf ihrer Koppel anzusehen, hat Nerissa mir gesagt, was mit ihr ist.«
«So?«
Charlie nickte.»Sie hat irgend etwas Schauerliches, das sich Hodgkinsche Krankheit nennt, davon schwellen wohl die Drüsen an und bilden abnorme Zellen, was immer das nun eigentlich bedeutet. Sie weiß selbst nicht genau Bescheid, glaube ich. Außer, daß es absolut tödlich ist.«
Arme Nerissa.
«Sie sagte mir auch«, fuhr Charlie fort,»daß sie jedem von uns ein Andenken in ihrem Testament vermacht hat.«
«Tatsächlich?«Ich wandte den Kopf, um Charlie anzusehen.»Wie nett von ihr. Hat sie gesagt, was?«
«Paß um Himmels willen auf die Straße auf. Nein, was hat sie nicht gesagt. Aber es soll dazu dienen, daß wir sie in Erinnerung behalten. Sie sagte, es hat ihr richtig Spaß gemacht, das Testament aufzusetzen und die Leute darin zu bedenken. Ist sie nicht erstaunlich?«
«Ja.«
«Sie hat das wirklich ernst gemeint. Und wie es sie freut, daß ihr Neffe sich so gut entwickelt hat. Ich hab so jemand noch nie erlebt — da stirbt sie und trägt es ganz gefaßt und bleibt sogar bei Laune, auch wenn sie ihr Testament schreibt — und genau weiß — und genau weiß — «
Ich sah sie von der Seite an. Tränen auf Charlies Wangen. Sie weinte selten und mochte dabei nicht beobachtet werden.
Ich paßte auf die Straße auf.
Ich rief meinen Agenten an und verblüffte ihn maßlos.
«A-aber«, stammelte er,»Sie fahren doch sonst nie wohin, das lehnen Sie grundsätzlich ab. Sie haben hier deshalb schon auf den Tisch gehauen und mich angebrüllt.«
«Stimmt«, gab ich zu.»Aber jetzt brauche ich einen triftigen Grund, um nach Südafrika zu fahren — laufen da also demnächst Filme von mir an oder nicht?«
