
Ich zahlte Eintritt und kaufte ein Programmheft. Einer von Nerissas Ausfällen, sah ich, sollte später am Nachmittag noch einmal sein Glück versuchen.
Newmarket war auch in diesem Teil der Welt Newmarket. Tribünen, Menschenmassen, Pferde, Buchmacher; geschäftige, zweckgerichtete Atmosphäre; ein Flair von Tradition und Ordnung. Alles war ziemlich gleich. Ich wanderte zum Führring hinüber, wo die Pferde für das erste Rennen bereits präsentiert wurden. Die gleichen kleinen Grüppchen von Besitzern und Trainern standen hoffnungsvoll sich unterhaltend in der Mitte. Die gleichen ernsten Rennplatzbesucher lehnten an den Rails und begutachteten die Ware.
Die Unterschiede waren gering. Englischen Augen schien es, als seien die Pferde etwas kleiner gebaut und hätten sehr steile Fesseln, und sie wurden nicht von weißen Pflegern in meist dunkler Alltagskleidung herumgeführt, sondern von schwarzen Stallboys in langen weißen Kitteln.
Da ich aus Prinzip nur auf Pferde setze, über die ich etwas wußte, ließ ich die Hände vom Geldbeutel. Die
Jockeys in ihrem bunten Dreß kamen heraus und saßen auf; die Starter gingen auf die Bahn und schossen nach vorn; ihre Hufe klapperten auf dem knochentrockenen Geläuf. Ich schlenderte von der Tribüne herunter, um Nerissas Trainer Greville Arknold zu suchen und ihn mir anzusehen. Er hatte einen Starter im nächsten Rennen und mußte irgendwo beim Aufsatteln sein.
Wie sich herausstellte, brauchte ich nicht groß zu suchen. Auf halbem Weg zu den Sattelboxen berührte ein junger Mann mich am Arm.
«Hallo, Sie«, sagte er,»sind Sie nicht Edward Lincoln?«
Ich nickte, lächelte ein wenig und ging weiter.
