«Es ist wohl besser, ich stelle mich mal vor. Danilo Cavesey. Ich glaube, Sie kennen meine Tante.«

Da blieb ich dann doch stehen. Ich gab ihm die Hand, und er drückte sie herzlich.

«Ich habe natürlich gehört, daß Sie kommen wollten. Tante Nerissa hat Greville telegrafiert, Sie seien auf dem Weg hierher zu einer Filmpremiere und er solle auf der Rennbahn nach Ihnen Ausschau halten. So habe ich Sie also erwartet.«

Er sprach ein langsames, kalifornisch gedehntes Englisch voll träger Wärme. Es war sofort ersichtlich, wieso Nerissa ihn sympathisch fand. Sein sonnengebräuntes, hübsches Gesicht, sein offener, angenehmer Ausdruck, sein dunkelblondes Haar, lässig, aber sauber — all das entsprach dem überlieferten Idealbild vom jungen Amerikaner.

«Sie hat nicht gesagt, daß Sie in Südafrika sind«, bemerkte ich überrascht.

«Na ja, nein. «Er zog entwaffnend die Nase kraus.»Ich glaub auch nicht, daß sie das weiß. Ich bin vor ein paar

Tagen erst hergeflogen, hab Ferien. Sagen Sie, wie geht’s dem alten Mädchen? So ganz auf der Höhe war sie nicht, als ich sie zuletzt besucht hab.«

Er lächelte vergnügt. Er wußte von nichts.

Ich sagte:»Sie ist leider ziemlich krank.«

«Ach ja? Das tut mir aber leid. Ich muß ihr mal schreiben; ihr erzählen, daß ich hier bin; ihr erzählen, daß ich ein Auge auf die Pferde habe.«

«Auf die Pferde?«wiederholte ich.

«Na klar. Tante Nerissas Pferde hier laufen nicht gut. Sauschlecht, um genau zu sein. «Er grinste fröhlich.»Ich würde nicht auf die Acht im vierten Rennen setzen, wenn Sie reich sterben wollen.«

«Danke«, sagte ich.»Sie hat mir allerdings gesagt, daß sie im Moment nicht so gut sind.«

«Kann ich mir vorstellen. Die würden nicht mal siegen, wenn man ihnen zehn Minuten Vorsprung gibt und die anderen müde spritzt.«

«Wissen Sie, wie das kommt?«

«Keine Ahnung. «Er zuckte die Achseln.»Greville kann es sich nicht erklären. Er sagt, so was ist ihm noch nie passiert.«



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