«Ich möchte sehr gerne die Ställe sehen«, sagte ich.

«Gut. Dann sollen Sie das auch. Wie wär’s mit morgen, am Spätnachmittag? Sie können mich bei der Stallkontrolle begleiten. Um halb fünf.«

Ich nickte.

«In Ordnung also. Und Sie, Danilo? Möchten Sie auch kommen?«

«Fänd’ ich prima, Greville. Würd’ ich gern.«

Damit war das abgemacht; und Danilo sagte, er werde selbst am Iguana Rock vorbeikommen und mich abholen.

Chink, Nerissas Starter im vierten Rennen, sah im Führ-ring eigentlich ganz gut aus, mit einem gesunden Glanz im

Haarkleid und einer Muskulatur, die kräftig, beweglich und locker wirkte. Er hatte nicht besonders viel Substanz, aber einen intelligenten Kopf und starke, gut liegende Schultern. Nerissas Schwester Portia hatte auf sein Pedigree hin fünfundzwanzigtausend Rand für ihn als Jährling bezahlt, und bisher hatte er nur ein Rennen gewonnen, sein erstes, im vergangenen April.

«Was halten Sie von ihm, Link?«fragte Danilo und lehnte sich mit der Hüfte gegen den Führringzaun.

«Er sieht ganz fit aus«, sagte ich.

«Eben. Tun sie alle, sagt Greville.«

Chink wurde von zwei Pflegern herumgeführt, einem auf jeder Seite. An Arknolds Sicherheitsvorkehrungen gab es nichts auszusetzen.

Wegen der steilen Fesseln fand ich es schwierig, die Elastizität von Chinks Gang einzuschätzen. Die Pferde kamen mir alle vor, als gingen sie auf den Zehenspitzen, eine Eigenart, die ich darauf zurückführte, daß sie von Geburt an auf hartem, trockenem Boden lebten. Jedenfalls ging er nicht steifer als die anderen zum Start hinunter, und problemlos stellte er sich in die Startbox und schnellte aus ihr hervor. Ich beobachtete jeden Schritt seines Weges durch mein 8 x 50er Zeissglas.

Er nahm die erste halbe Meile anscheinend ohne Mühe, geschickt etwa an sechster Stelle liegend, gleich hinter der Spitzengruppe. Als sie auf die Einlaufgerade gingen, beschleunigten die führenden Pferde, aber Chink nicht. Ich sah, wie der Kopf des Jockeys wippte und sein übriger Körper energisch in Bewegung geriet, um das Pferd anzutreiben; aber wenn ein Jockey schon weit vor dem Ziel so arbeiten muß, kann er sich die Mühe gleich sparen. Chink war die Puste ausgegangen, und daran hätte der beste Reiter der Welt nichts ändern können.



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