
Ich ließ mein Fernglas sinken. Der Sieger gewann Kopf an Kopf, die Menge tobte, und Chink kam ungefeiert, un-gewettet, unbeachtet gut dreißig Längen hinter dem Ersten ein.
Zusammen mit Danilo ging ich zum Absattelplatz, und wir traten in den Bannkreis ratlosen, finsteren Brütens, den Greville Arknold dort um sich gezogen hatte.
«Na bitte«, sagte er.»Sie haben es selbst gesehen.«
«Ja«, sagte ich.
Chink schwitzte und sah müde aus. Er stand da mit hängendem Kopf, als spürte er die Schmach.
«Was meinen Sie dazu?«fragte Arknold.
Ich schüttelte den Kopf. Eigentlich hatte er schlicht wie ein langsames Pferd ausgesehen, aber bei seinem Pedigree und bei der schnellen Zeit des Rennens, das er gewonnen hatte, konnte er das nicht sein.
Er und die zehn anderen konnten nicht alle ein schwaches Herz oder schlechte Zähne oder Blutkrankheiten haben, die noch keiner entdeckt hatte. Nicht nach all den eingehenden tierärztlichen Untersuchungen. Und nicht sie alle. Das war unmöglich.
Sie waren nicht alle jedesmal von dem gleichen Jockey geritten worden. Wie ich Nerissas Rennsportzeitungen entnommen hatte, gab es in Südafrika sehr wenige Jockeys im Vergleich zu England: ganze dreizehn — und zweiundzwanzig Lehrlinge — ritten auf den Natal-Bahnen bei Durban, dem offiziellen Zentrum des Sports.
Es gab vier große Rennsportregionen: die Johannesburger Bahnen in Transvaal, die Pietermaritzburg-Durban-Pisten in Natal, die Port-Elizabeth-Bahnen im östlichen Kapland und die Kapstadt-Bahnen in der Kapprovinz. Verschiedene Pferde Nerissas waren in allen vier Regionen gelaufen, waren von den einheimischen Jockeys geritten worden und hatten die gleichen Ergebnisse vorzuweisen.
