Welfram die Leiche reiste in einem Krankenwagen von der Rennbahn zum Leichenschauhaus, und etwas später fuhr ich in meinem unscheinbaren Audi von York ab und rief um Punkt fünf, wie gewünscht, per Autotelefon meinen unmittelbaren Vorgesetzten John Millington an.

«Was heißt, er ist tot?«wollte er wissen.»Das kann doch nicht sein.«

«Sein Herz ist stehengeblieben«, sagte ich.

«Hat ihn jemand umgebracht?«

Keiner von uns wäre darüber erstaunt gewesen, doch ich sagte:

«Nein, darauf deutet nichts hm. Ich bin ihm eine Ewigkeit gefolgt. Ich habe nicht gesehen, daß ihn jemand angerempelt hätte oder etwas dergleichen. Und es gab offenbar kein Blut. Nichts Verdächtiges. Er ist einfach gestorben.«

«Mist. «Sein ärgerlicher Tonfall klang, als sei es meine Schuld. John Millington, Polizeibeamter i. R. (Chefinspektor), gegenwärtig stellvertretender Leiter des Jockey-ClubSicherheitsdienstes, hatte sich mit meiner heimlichen und formlosen Aufnahme in seine Abteilung anscheinend nie abfinden können, obwohl wir in den drei Jahren, seit ich für ihn tätig war, schon einige Halunken von der Rennbahn vertrieben hatten.

«Der Junge ist doch ein reiner Amateur«, hatte er eingewandt, als ich ihm als vollendete Tatsache, nicht als Vorschlag präsentiert wurde.»Das Ganze ist lächerlich.«

Inzwischen sagte er zwar nicht mehr, es sei lächerlich, aber wir waren keine engen Freunde geworden.

«Hat irgend jemand Wind gemacht? Nach ihm gefragt?«

«Nein.«

«Sind Sie sicher?«Wie immer zog er meine Fähigkeiten in Zweifel.

«Ganz sicher. «Ich erzählte ihm von meiner Wache vor den einzelnen Türen.

«Mit wem hat er sich denn getroffen? Ehe er abgekratzt ist?«

«Ich glaube nicht, daß er jemand getroffen hat, es sei denn ganz früh am Tag, bevor ich ihn entdeckt habe. Jedenfalls hat er niemand gesucht. Er hat ein paarmal am Totalisator gespielt, ein paar Biere getrunken, sich die Pferde angesehen und den Rennen zugeschaut. Er war nicht sehr beschäftigt heute.«



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