
Fast jeder andere im Gerichtssaal — Anwälte, Polizei, der Richter selbst — wußte, daß der nette junge Mann in der fraglichen Nacht gegen Kaution auf freiem Fuß gewesen war und daß Filmer, auch wenn der eigentliche Täter noch unbekannt war, ohne Zweifel die Ermordung des Stallburschen veranlaßt hatte.
Julius Apollo Filmer lächelte süffisant-zufrieden über das» Nicht schuldig«-Urteil und schloß seinen Anwalt heftig in die Arme. Die Gerechtigkeit war verhöhnt worden. Die Eltern des
Stallburschen weinten bitterlich an seinem Grab, und der Jockey Club knirschte einhellig mit den Zähnen. Millington schwor, er werde Filmer auf jeden Fall noch irgendwie beim Wickel kriegen, und machte einen persönlichen Rachefeldzug daraus: Die Verfolgung dieses einen Schurken ließ ihn an fast nichts anderes mehr denken. Mit großem Zeitaufwand hatte er in den Kneipen von Newmarket noch einmal alles überprüft, was der regulären Polizei an Erkenntnissen vorlag, und herauszufinden versucht, was Paul Shacklebury, der tote Stallbursche, Nachteiliges über Filmer gewußt haben konnte. Niemand ahnte es — jedenfalls wollte es niemand zugeben. Und wem konnte man schon verübeln, daß er nicht riskieren wollte, in einem Straßengraben zu enden.
Mehr Glück hatte Millington bei der hysterischen Zeugin gehabt, die jetzt wieder daheim war, aber noch immer unter Angstzuständen litt. Sie, die Zeugin, war Zimmermädchen in dem Hotel, in dem Filmer das Komplott besiegelt hatte. Sie hatte gehört — und war ursprünglich auch bereit gewesen, dies zu beschwören —, wie Filmer zu einem nicht identifizierten Mann sagte:»Wenn er tot ist, gibt’s fünf Riesen für Sie und fünf für den Vollstrecker, also leiten Sie das in die Wege.«
