Sie hatte gerade frische Handtücher ins Badezimmer gehängt, als die beiden Männer, die sich da unterhielten, aus dem Flur hereinkamen. Filmer war schroff geworden und hatte sie rausgeschmissen, und den anderen Mann hatte sie sich nicht angeschaut. Sie hatte die Worte genau behalten, ihre Bedeutung aber freilich erst später erkannt. Gerade wegen des Wortes» Vollstrecker «konnte sie sich so genau erinnern.

Einen Monat nach dem Prozeß gab sie Millington gegenüber halbwegs zu, daß sie bedroht worden war, damit sie nicht als Zeugin aussagte. Wer hatte sie bedroht? Ein Mann, den sie nicht kannte. Aber sie werde es leugnen. Sie werde alles abstreiten, werde noch einmal zusammenbrechen. Der Mann hatte gedroht, ihrer sechzehnjährigen Tochter etwas anzutun. Etwas anzutun… er hatte das ganze schauerliche Programm im einzelnen dargelegt.

Millington, der Süßholz raspeln konnte, wenn ihm danach war, hatte sie mit so manchem schönen Versprechen (das er nicht unbedingt halten würde) überredet, mehrere Tage lang zu den Rennen zu kommen und dort, im Schutz verschiedener strategisch plazierter Sicherheitsbüros, aus dem Fenster zu sehen. Sie könne bequem im Verborgenen sitzen, unsichtbar, und er werde ihr ein paar Leute zeigen. Sie war nervös und erschien mit Perücke und dunkler Brille. Millington bewog sie, die Brille abzunehmen. Sie saß in einem geraden Lehnstuhl und drehte den Kopf, um über ihre Schulter auf mich zu blicken, denn ich stand schweigend hinter ihr.

«Stören Sie sich nicht an ihm«, sagte Millington.»Er gehört zur Firma.«

An Renntagen kam alle Welt an diesen Fenstern vorbei, und eben deshalb befanden sie sich dort. In drei langen Sitzungen während einer einzigen Woche auf drei verschiedenen Rennbahnen zeigte Millington ihr nahezu jeden bekannten Freund und Weggefährten Filmers, doch sie schüttelte bei allen den Kopf.



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