ganz glücklicher, wohlbehaglicher Fürst, der von seinem Vater Reich und Erbe und Herde und Güter empfangen hatte und drinne saß mit Genüglichkeit und genoß und ganz war und nichts bedurfte als Leute, die mit ihm genossen, und sie, wie natürlich, fand und des Hergebens nicht satt wurde und alle liebte, daß sie ihn lieben sollten, und sich Götter und Menschen so zu Freunden gemacht hatte und Apoll den Himmel an seinem Tische vergaß — der sollte nicht ewig zu leben wünschen! — Und der Mensch hatte auch eine Frau —


Alceste.

Ihr habt eine und begreift das nicht. Ich wollte das dem schwarzaugigen jungen Ding dort begreiflich machen. Schöne Kleine, willst du ein Wort hören?


Das Mädchen.

Was verlangt Ihr?


Alceste.

Du hattest einen Liebhaber.


Mädchen.

Ach ja!


Alceste.

Und liebtest ihn von Herzen, so daß du in mancher guten Stunde Beruf fühltest,für ihn zu sterben?


Mädchen.

Ach, und ich bin um ihn gestorben. Ein feindseliges Schicksal trennte uns, das ich nicht lang überlebte.


Alceste.

Da habt Ihr Eure Alceste, Wieland. Nun sage mir, liebe Kleine, du hattest Eltern, die sich zärtlich liebten?


Mädchen.

Gegen unsre Liebe war's kein Schatten. Aber sie ehrten einander von Herzen.


Alceste.

Glaubst du wohl, wenn deine Mutter in Todsgefahr gewesen wäre und dein Vater hätte für sie mit seinem Leben bezahlt, daß sie's mit Dank angenommen hätte?


Mädchen.

Ganz gewiß.


Alceste.

Und wechselsweise, Wieland, eben so, da habt Ihr Euripides' Alceste.




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