Er drehte sich zu mir um und merkte, dass ich ihm zusah. Er lächelte und ließ das Handtuch sinken.

»Komm her!«, sagte ich.

Er gehorchte sofort.

»Wollen wir eine Runde laufen?«, fragte ich am Nachmittag. »Danach kannst du gemeinsam mit mir duschen. Damit wir nicht so viel Wasser verschwenden.«

Im Nu hatten wir unsere Laufklamotten an und rannten nach ein paar Dehnübungen los. Tolliver ist schneller als ich. Meist läuft er auf den letzten achthundert Metern voraus, so auch dieses Mal.

Wir waren froh, einen guten Platz zum Laufen gefunden zu haben. Unser Motel lag direkt am Autobahnzubringer. In der näheren Umgebung gab es weitere Hotels, Motels, Restaurants und Tankstellen – die übliche Ansammlung von Dienstleistungsunternehmen für Leute, die viel unterwegs sind. Aber hinter dem Motel entdeckten wir eines dieser »Gewerbegebiete«: zwei gewundene Sträßchen mit sorgsam angelegten, noch niedrigen Bepflanzungen vor einstöckigen Gebäuden mit dazugehörigem Parkplatz. Zwischen den beiden Straßen gab es einen Grünstreifen, der breit genug war, um ein paar Kreppmyrten zu beherbergen. Es gab auch Bürgersteige, um das Gebiet einladender und freundlicher wirken zu lassen. Da es bereits später Freitagnachmittag war, herrschte nur wenig Verkehr zwischen den Betonkästen, die in gesichtslose Einheiten namens Great Systems Inc. und Genesis Distributors aufgeteilt waren. Firmen, hinter denen sich alles Mögliche verbergen konnte. Jeder Block wurde von einer Zufahrt begrenzt, von einer schmalen Straße, die höchstwahrscheinlich zu den Mitarbeiterparkplätzen führte. Davor standen so gut wie keine Autos, die Kunden waren weg, und die letzten Angestellten gingen ins Wochenende.

An so einem Ort erwartete ich wahrhaftig keine Leiche. Ich dachte an den Schmerz in meinem rechten Bein, der von Zeit zu Zeit wieder aufflammt, seit mich der Blitz getroffen hat. Deshalb hörte ich erst nicht, wie ihre Gebeine nach mir riefen.



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