
»Allerdings!«, sagte ich mit einem schlechten Gewissen. Ich hatte keine Gelegenheit gehabt, Tolliver alles zu erläutern, bevor ich unter die Dusche ging, und dann hatte er mich abgelenkt. Jetzt erzählte ich Tolliver die Sache mit dem Toten, dem Stein und dem Fenster.
»Die Cops dürften ihn mittlerweile gefunden haben, du hast also das Richtige getan. Lieber wäre es mir allerdings gewesen, du hättest ihn ignoriert«, sagte Tolliver.
Ich hatte nichts anderes erwartet. Er ließ sich nur ungern in Situationen verwickeln, bei denen unser Eingreifen nicht bezahlt wurde. Da ich ihn im Spiegel beobachtete, fiel mir auf, wie sich seine Körpersprache abrupt änderte. Anscheinend wollte er das Thema wechseln und etwas Wichtiges mit mir besprechen.
»Meinst du nicht auch, wir sollten einfach loslassen?«, fragte Tolliver.
»Loslassen?« Ich schminkte mein rechtes Auge fertig und hielt das Mascara-Bürstchen an die Wimpern meines linken Auges. »Was meinst du damit?«
»Mariella und Gracie.«
Ich drehte mich um und sah ihn an. »Ich verstehe nicht«, sagte ich, verstand ihn aber leider nur zu gut.
»Vielleicht sollten wir sie nur einmal im Jahr besuchen. Und ihnen ansonsten einfach nur Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke schicken.«
Ich war entsetzt. »Warum sollten wir das tun?« Sparten wir nicht deshalb jeden Cent, um ein fester Bestandteil ihres Lebens zu werden?
»Wir bringen sie völlig durcheinander.« Tolliver kam näher und legte seine Hand auf meine Schulter. »Die Mädchen mögen ihre Probleme haben, aber bei Iona geht es ihnen besser als bei uns. Wir können uns nicht um sie kümmern. Wir sind zu oft unterwegs. Iona und Hank sind verantwortungsbewusste Menschen, sie trinken keinen Alkohol und konsumieren keine Drogen. Sie nehmen die Mädchen mit in die Kirche und achten darauf, dass sie zur Schule gehen.«
