»Wir treffen ihn voraussichtlich morgen Abend im Texas Roadhouse.«

»Oh, prima.« Ich schaffte es, zu lächeln, wenn auch nicht sehr überzeugend. Ich habe Mark immer gemocht, obwohl ich ihm nie so nahestand wie Tolliver. Er hatte uns alle damals so gut wie möglich beschützt. Wir schafften es nicht, Mark bei jedem Texasbesuch zu treffen, also freute ich mich, dass er Zeit hatte, mit uns zu Abend zu essen. »Und heute sind wir für eine kurze Stippvisite bei Iona eingeladen? Dort werden wir einfach sehen, was passiert, ohne jeden Plan?«

»Ohne jeden Plan«, bestätigte Tolliver, und wir lächelten uns an.

Ich versuchte, das Lächeln aufrechtzuerhalten, während wir ins Auto stiegen und zu dem kleinen Haus in Garland fuhren, in dem unsere Schwestern lebten. Obwohl das Wetter schön war, sagte ich keine rosigen Zeiten voraus.

Iona Gorham (geborene Howe) hatte strikt darauf geachtet, bloß nicht so zu werden wie Laurel. Laurel Howe Connelly Lang, meine Mutter, war Ionas einzige, zehn Jahre ältere Schwester gewesen. Als meine Mutter noch ein Teenager und Twen war und keine Drogen nahm, war sie ziemlich attraktiv, beliebt und bestimmt kein Kind von Traurigkeit gewesen. Sie hatte auch gute Noten gehabt und Jura studiert. Dort hatte sie meinen Dad, Cliff Connelly, kennengelernt und ihn geheiratet. Meine Mutter war schon immer ein rechter Wildfang gewesen – na gut, ein extremer Wildfang –, aber eben auch extrem erfolgreich.

Um mit ihr mithalten und sich von ihr abgrenzen zu können, hatte Iona den braven, gottesfürchtigen Weg gewählt.

Als ich in Ionas Gesicht sah, während sie uns aufmachte, stellte ich fest, dass sie heute nicht ganz so säuerlich wirkte wie sonst, und ich fragte mich, warum. Normalerweise sah sie bei unseren Besuchen aus, als hätte sie soeben in eine Zitrone gebissen. Ich versuchte mich daran zu erinnern, wie alt Iona war, und entschied, dass sie knapp vierzig sein musste.

»Kommt herein«, sagte meine Tante und trat einen Schritt zurück in ihr Wohnzimmer.



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