
Ich hatte stets das Gefühl, nur widerwillig hereingebeten zu werden, ja, dass uns Iona am liebsten die Tür vor der Nase zugeknallt hätte. Ich bin 1,70 Meter groß, und meine Tante ist kleiner als ich. Iona hat wohlgeformte Rundungen, und ihre Haare werden auf eine attraktive Weise grau, so als würde ihr hellbraunes Haar einfach verblassen. Ihre Augen sind dunkelgrau wie meine.
»Wie geht es dir?«, fragte Tolliver höflich.
»Prächtig«, sagte Iona, und uns fiel gleichzeitig die Kinnlade herunter. Nie hat Iona auch nur ansatzweise so etwas gesagt. »Hank leidet gerade wieder sehr unter seiner Arthritis«, fuhr sie fort, ohne unsere Reaktion zu beachten, »aber er kann Gott sei Dank zur Arbeit gehen.« Iona arbeitete Teilzeit bei Sam’s Club, und Hank leitete die Fleischabteilung eines Wal-Mart-Supercenters.
»Wie machen sich die Mädchen so in der Schule?«, stellte ich meine Standardfrage. Ich zwang mich weiterhin, nicht zu Tolliver hinüberzusehen. Ich wusste, dass er genauso geplättet war wie ich. Iona ging uns voraus in die Küche, wo wir uns normalerweise unterhielten. Das Wohnzimmer hob Iona für echte Freunde auf.
»Mariella entwickelt sich recht ordentlich. Sie ist eine durchschnittliche Schülerin«, sagte Iona. »Und Gracie, heißt es, hinkt den anderen immer ein klein wenig hinterher. Möchtet ihr Kaffee? Ich habe gerade Wasser aufgesetzt.«
»Das wäre toll«, sagte ich. »Ich trinke ihn schwarz.«
»Ich weiß«, sagte sie mit einer gewissen Schärfe, als unterstellte ich ihr, eine schlechte Gastgeberin zu sein. Das klang schon eher nach der Iona, die ich kannte, und ich begann, mich wohler zu fühlen.
»Und ich trinke meinen mit etwas Zucker«, sagte Tolliver. Während sie uns den Rücken zukehrte, sah er mich an und zog die Brauen hoch. Iona führte irgendetwas im Schilde.
Kurz nacheinander stellte sie Tolliver einen Becher und eine Zuckerdose hin und legte einen Löffel und eine Serviette dazu.
