Ich wünschte es ihnen.

Mariella sah immer mädchenhafter und nicht mehr so schwerfällig aus. Sie hatte braune Haare und braune Augen und war so robust gebaut wie ihr Vater. Gracie war schon immer recht klein für ihr Alter, aber auch launischer gewesen als Mariella. Zum ersten Mal küsste sie mich von sich aus.

Es ist nie einfach, Kontakt zu unseren Schwestern herzustellen. Man muss sich ins Zeug legen, um eine Bindung aufzubauen, die von Anfang an belastet war. Sie saßen mit uns und der Frau, die wie eine Mutter für sie war, am Tisch und beantworteten Fragen. Und sie freuten sich über ihre kleinen Geschenke. Wir kauften immer jeder ein Buch, um sie zum Lesen zu ermutigen – eine Freizeitbeschäftigung, die im Hause Gorham eher selten gepflegt wurde. Aber wir brachten ihnen auch immer etwas anderes mit, irgendeinen Schnickschnack, den man im Haar tragen kann, oder Modeschmuck, nichts Übertriebenes. Es fiel schwer, nicht zu strahlen wie ein Weihnachtsbaum, als Mariella sagte: »Oh, ich habe die anderen beiden Bücher gelesen, die die Frau geschrieben hat! Danke!« Ich verschluckte mein »Gern geschehen« und lächelte stattdessen zufrieden.

Gracie sagte nichts, sondern strahlte uns an. Das sprach Bände, denn sie lächelt nicht oft. Sie sieht Mariella kein bisschen ähnlich, andererseits hatten meine Schwester und ich uns auch nicht ähnlich gesehen. Gracie sieht aus wie eine kleine Elfe: Sie hat eher grüne Augen, langes, dünnes helles Haar, ein kleines Stupsnäschen und herzförmige Lippen.

Vielleicht kann ich einfach nicht sehr gut mit Kindern umgehen. Ich finde Gracie interessanter als Mariella, auch wenn das herzlos klingt.



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