In diesem Moment kam Hank herein, genau zum richtigen Zeitpunkt. Hank war ein hochgewachsener Mann mit einem breiten Gesicht, dunklem Teint und sich lichtendem blondem Haar. Er hatte einmal sehr gut ausgesehen und war mit vierzig immer noch attraktiv. Seine Taille war seit seiner Hochzeit mit Iona kaum dicker geworden.

»Harper! Tolliver! Wie schön, dass ihr da seid! Wir sehen uns viel zu selten.«

Lügner.

Er küsste Gracie auf den Scheitel und kniff Mariella in die Wange. »Na, ihr beiden?«, sagte er zu den Mädchen. »Wie lief das Diktat heute, Mariella?«

Mariella sagte: »Hallo, Daddy! Ich habe acht von zehn Sätzen richtig geschrieben.«

»Das höre ich gern«, sagte Hank. Er schenkte sich Cola aus einer Zweiliterflasche ein, warf ein paar Eiswürfel ins Glas und holte einen Klappstuhl, der neben dem Kühlschrank stand. »Und, war’s schön im Chor, Gracie?«

»Wir haben gut gesungen«, sagte sie. Sie schien erleichtert zu sein, wieder ein vertrautes Gesprächsthema zu haben.

Falls Hank die angespannte Atmosphäre in der Küche bemerkt hatte, kommentierte er sie nicht.

»Wie geht es euch beiden?«, fragte er mich. »Ein paar interessante Leichen gefunden in letzter Zeit?« Hank pflegte über unsere Arbeit zu sprechen, als wäre sie ein einziger Witz.

Ich lächelte schwach. »Ein paar«, sagte ich. Offensichtlich las Hank keine Zeitung und sah auch keine Nachrichten. Im letzten Monat hatte ich dort öfter Erwähnung gefunden, als mir lieb war.

»Wo wart ihr?« Hank schien es auch amüsant zu finden, dass Tolliver und ich wegen unseres merkwürdigen Berufs ständig unterwegs waren. Hank hatte Texas während seiner Armeezeit verlassen, aber das war auch seine einzige Reiseerfahrung.

»Wir waren in den Bergen von North Carolina«, sagte Tolliver und machte eine Pause, um zu hören, ob Iona oder Hank von unserem letzten, berüchtigten Fall wussten.



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