
Bevor Harry ihre Frage beenden konnte, dröhnte Jim Sanburnes Baß: »Das dritte, das fünfte und das sechste.«
»Nigel Danforth reitet für Townsend«, fügte Larry hinzu.
»Das hat Addie mir erzählt«, sagte Harry.
Jim lächelte. »Und Sie haben von den beiden gehört.«
»Am Rande. Ich weiß, daß Addie verrückt nach ihm ist.«
»Ihr Bruder nicht.« Larry verschränkte die Arme.
»Ach je, Alltag in Virginia.« Harry schlug gegen die Tür des Landrover.
»Ein wahres Wort«, sagte Jim. »Man stecke zwei Virginier in einen Raum, und man bekommt fünf Meinungen.«
»Nein, Jim, man steckeSie in einen Raum, und man bekommt fünf Meinungen«, frotzelte Larry.
Jim lachte. »Ich bin nur Bürgermeister einer Kleinstadt und gebe die verschiedenen Meinungen meiner Wähler wieder.«
»Wir kommen nach dem ersten Rennen vorbei. Brauchen Sie etwas? Essen? Getränke?« fragte Larry, während Jim noch vor sich hin lachte.
»Nein danke.«
»Okay, Harry, dann hole ich Sie in ungefähr einer halben Stunde ab.« Jim fuhr den Hügel hinauf, Larry winkte.
Harry stemmte die Hände in die Hüften und dachte nach. Jim, über sechzig, und Larry, über siebzig, kannten sie seit ihrer Geburt. Sie kannten Harry in- und auswendig, und Harry kannte sie ebenso. Das war auch ein Grund, weshalb ihr nichts daran lag, Queen der Madison Avenue zu sein. Sie gehörte hierher zu ihren Leuten. Es gab eine Menge, das nicht ausgesprochen werden mußte, wenn man mit den Menschen so vertraut war.
Diese abgekürzte Form der Verständigung traf nicht für Boom Boom Craycroft zu, die über die Hügelkuppe gesegelt kam wie ein voll aufgetakelter Clipper. Da Boom Boom einmal eine Affäre mit Harrys Exmann gehabt hatte, gehörte die üppige, große und elegante Frau nicht zu Harrys Lieblingen auf dieser Erde. Boom Boom schwelgte im emotionalen Gepränge des Lebens. Heute schwelgte sie in dem herzhaften Vergnügen, sich auf Harry zu stürzen, die sich ihr nicht entziehen konnte, weil sie Bahnrichterin war.
