»Du kasteist dich.«

»Kasteien ist für mich ein Fremdwort.«

»Harry«, sie senkte die Stimme, »mich kannst du mit deinen Witz­chen nicht täuschen. Ich möchte, daß du mit mir zu >Lifeline< kommst. Das hat mein Leben vollkommen verändert. Vor sechs Monaten wäre ich nie imstande gewesen, auf dich zuzugehen, ich hätte an meiner Wut festgehalten, aber jetzt will ich dir die Hand reichen. Ich möchte, daß wir Freundinnen sind. Bei>Lifeline< lernst du, Verantwortung für dich selbst zu übernehmen. Für deine Gefüh­le. Es ist ein konstruktiver Prozeß, und ich weiß, konstruktive Dinge sagen dir zu. Mankann diese Dinge lernen, man lernt neue Wege, mit Menschen in einer Gruppe zu sein, die einem Mut macht. Du wirst dich geborgen fühlen. Vertrau mir, Harry, es wird dich glück­lich machen.«

Boom Boom vertrauen war das letzte, was Harry wollte. »Ich bin nicht der Typ für so was.«

»Ich würde es sogar bezahlen.«

»Was?«

»Das ist mein Ernst. Ich fühle mich so elend, weil du noch immer wütend auf mich bist. Ich möchte, daß wir Freundinnen sind. Bitte, überleg dir mein Angebot.«

»Ich - « Harry stotterte überrumpelt: »Ich, ich - Himmel, Boom Boom.« »Denk drüber nach. Ich weiß, du wirst tausend Gründe finden, es auszuschlagen, aber warum nimmst du nicht einen Zettel und listest das Für und Wider auf? Du könntest mehr Gründe finden, dich bei >Lifeline< zu engagieren, als dir bewußt sind.«

»Ah - ich werd's mir überlegen.«

»Noch eine Kleinigkeit.«

»O Gott.«

»Denk darüber nach, daß du Fair immer noch liebst.«

»Tu ich nicht! Ich hab ihn gern, aber ich liebe ihn nicht.«

»Lifeline.« Boom Boom entschwand mit einem engelhaften Lä­cheln.

Harry atmete tief durch, ihr Herz hämmerte. Jim Sanburnes mitter­nachtsblauer Landrover schwenkte in Sicht. Sie faßte sich.



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