«Ich glaube immer, du willst mir nur Angst einjagen», sagte ich.

«Ich will nur verhindern, dass du auf die gleiche Art und Weise verschwindest», sagte sie. «Ich hab dich lieb, und ich möchte, dass du bei mir bleibst.»

«Erzähl mir von den Kindern, die verschwunden sind», sagte ich.

Meine Großmutter ist die einzige Großmutter gewesen, die ich je in meinem Leben habe Zigarren rauchen sehen. Sie zündete sich eine an, eine lange schwarze Zigarre, die nach versengtem Gummi stank. «Das erste Kind, das ich gekannt habe und das dann verschwunden ist», begann sie, «hieß Ranghild Hansen. Ranghild war damals ungefähr acht Jahre alt, und sie spielte mit ihrer kleinen Schwester auf dem Rasen. Ihre Mutter, die in der Küche war und Brot backte, kam heraus, um Luft zu schnappen. <Wo ist denn Ranghild?), fragte sie.

<Sie ist mit der großen Dame fortgegangen), antwortete die kleine Schwester.

<Mit was für einer großen Dame?), fragte die Mutter.

<Die große Dame mit den weißen Handschuhen), entgegnete die kleine Schwester. <Sie nahm Ranghild an der Hand und führte sie fort.) Und niemand», schloss meine Großmutter, «hat Ranghild jemals wieder gesehen.»

«Haben sie nicht nach ihr gesucht?», fragte ich.

«Meilenweit in der ganzen Umgebung. Jeder in der Stadt hat geholfen, aber wir haben sie niemals gefunden.»

«Was ist mit den anderen vier Kindern passiert?», fragte ich.

«Sie sind genauso verschwunden wie Ranghild.» «Wie denn, Großmama? Wie sind sie verschwunden?»

«In jedem dieser Fälle hat man eine fremde Dame vorm Haus gesehen. Kurz bevor es geschah.»

«Aber wie sind sie verschwunden?», fragte ich weiter.

«Mit dem zweiten war das sehr merkwürdig», antwortete meine Großmutter.



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