
Kris hätte sich gern ein paar der neuesten flugelektronischen Errungenschaften zugelegt, die das Navigieren in der Luft erleichterten. Es kostete ihn aber schon den letzten Heller, überhaupt zu fliegen, und so navigierte er mit dem Finger auf der Karte und mit Hilfe scharf aufpassender Mitflieger; einmal erst, sagte er, hatte er sich auf diese Weise gefährlich verflogen.
Wir franzten uns wohlbehalten in die Gegend von Newmarket durch, wo er dann ein großes Haus ein wenig südlich der Stadt anpeilte, auf knapp dreihundert Meter hinunterging und es zweimal umkreiste, worauf winkende Gestalten unten im Garten erschienen.
«Caspar Harveys Haus«, rief Kris unnötigerweise.
Ich nickte bestätigend, und während er es im Uhrzeigersinn umflog und die Tragfläche auf meiner Seite senkte, um mir freie Sicht zu geben, holte ich die nützliche kleine Kamera hervor, die ich immer dabeihatte, und schoß genügend Aufnahmen, um unserem Gastgeber ein Dankeschön mitzubringen und ihm eine Freude zu machen.
Kris hörte auf zu kreisen, ging noch einige fünfzig Meter tiefer und führte mir von der Cherokee aus die zweckmäßig gebaute Stadt vor, die als die Schaltzentrale der Renn-welt galt. Wieviel hundert Mal hatte ich schon per Telefon mit Trainern gesprochen, die dort arbeiteten. Wir hatten uns tonnenweise E-Mails geschickt. Ich kannte Stimmen, und ich kannte Typen, denn es war nicht nur Oliver Quigley mit seinen nervösen Ängsten, der Garantien von mir verlangte, die ich nicht geben konnte.
Weder ich noch Kris, den ich vor dem Flug gefragt hatte, wußten, ob die vielen Ställe in Newmarket aus der Luft zu erkennen waren, und als wir nun mit hundertzwanzig Knoten über die Stadt donnerten, stellte ich fest, daß ich nur die zwei oder drei größten wiedererkannte.
