War er dann an Bord und hatte links vorn (auf dem Pilotensitz) Platz genommen, führte er dort ebenso gewissenhaft die letzten Checks durch —»Schalter okay?«und so weiter —, warf schließlich den Motor an und konzentrierte sich auf die Instrumente.

An seine Akribie gewöhnt, wartete ich geduldig darauf, daß sein Kreuz und seine Hände sich entspannten, und endlich grunzte er zufrieden, schaltete das Sprechfunkgerät an und teilte dem Sonntagsflugleiter oben im Glasturm mit, daß Ironside mit seiner Cherokee die Starterlaubnis für einen einfachen Flug nach Newmarket brauche, voraussichtliche Rückkehr gegen siebzehn Uhr Ortszeit. Kris und der Flugleiter kannten sich gut; der Informationsaustausch war eher eine Geste als eine Pflicht. Frei zum Rollen, bestätigte der Tower.»Danke, Junge«, sagte der Pilot.

Kris hatte recht, es war ein herrlicher Tag zum Fliegen. Die leicht beladene Cherokee hob locker ab und schwenkte im Aufsteigen nach Norden. Der Motorenlärm, halb Knurren, halb Klappern, machte eine normale Unterhaltung schwierig, aber Reden war dort oben, wo man auf Adler hätte hinabsehen können, ohnehin überflüssig. Ein Glücksgefühl stieg in mir auf wie ein bunter Luftballon, und ich verfolgte unseren Weg anhand der Karte auf meinen Knien mit höchster Zufriedenheit. Eines Tages, wieso nicht, würde ich vielleicht selbst fliegen lernen…

Kris hatte auf der Landkarte zwei gerade Linien eingezeichnet, die Route zum Lunch und zurück. Nun steuerte er nach dem Kursweiser, wobei er Seitenwind und magnetische Mißweisung mit einrechnete, und ich beobachtete innerlich jubelnd den Lauf der Straßen und Flüsse zweitausend Meter unter uns und sah ihn grinsen und mit dem Kopf nicken, wenn ich sie ihm zeigte.

Wir flogen von White Waltham nach Norden und schwenkten dort, wo die vielspurige, nach Norden gehende M1 die Außenbezirke der weitgedehnten Stadt Luton mit ihrem vielbesuchten Flughafen erreichte, nach Nordost.



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