Caspar Harvey schlängelte sich, als er Kris’ Ankunft bemerkte, mit hoch erhobenem Glas durch den Raum, bis er seinen neuen Gast durch Zurufen begrüßen konnte.

«Ich hab Sie kreisen gehört. «Er nickte Kris zu.»Und schön, daß Sie mitgekommen sind«, ergänzte er zu mir gewandt.»Mein Trainer schwört auf Ihr Gespür für Regen. Er steckt hier irgendwo. Soll ich meine Stute am Freitag starten? Meine Frau glaubt an die Sterne. Mögen Sie Glühwein?«

Ich nahm den Wein entgegen, der angenehm nach Zimt und Zucker schmeckte, während Harvey auf seinen Trainer Oliver Quigley zeigte, der zapplig und sichtlich gehemmt auf der anderen Seite des Raums stand.

«Sagen Sie ihm, daß es bis Freitag trocken bleibt«, meinte Harvey.»Sagen Sie ihm, er soll mein Pferd laufen lassen.«

Er gefiel sich, wie mir schien, in der Rolle des großzügigen Gastgebers. Verwerflicherweise schien mir auch, daß die Rolle ihm wichtiger war als seine Gäste. Seine überschwengliche Gestik war wie sein Ambiente: ein bewußtes Herausstellen von Wohlstand und Erfolg, aber immerhin ohne Fanfaren.

Ich sagte ihm, daß ich Luftaufnahmen von seinem Haus gemacht hätte und ihm welche schicken würde, und erfreut meinte er, ich dürfe auch seine Gäste fotografieren, wenn es ihnen recht sei.

Er schien ebenso gutgenährt wie wohlhabend, ein breitschultriger Mann mit dickem Hals und einem gepflegten graumelierten Bart. Genau wie ich war er nur eine Handbreit kleiner als der schlanke Kris, in jedem Fall eine herausragende Erscheinung, denn die undefinierbare Aura, die mit dem Erfolg einhergeht, war bei ihm sehr ausgeprägt. Ich fotografierte ihn. Er stellte sich noch einmal anders in Pose und nickte hold, als es wieder blitzte.



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