
Kris trank Coca-Cola, wie sich das für einen braven kleinen Piloten gehört, und hielt seine manische Extravaganz im Zaum. Seelisch hatte er ein klares Hoch heute; gut für Witze und Gelächter und weit weg von verzweifelten Wanderungen über irgendwelche Eisenbahngleise.
Die ungiftige Belladonna tauchte an meiner Seite auf, schenkte mir aus einer dampfenden Karaffe nach und fragte unverblümt, warum sich ein vernünftig wirkender Mensch wie ich mit dem Psycho-Zickzackflieger Ironside abgab.
«Er ist gescheit«, sagte ich gelassen.
«Reicht Ihnen das?«
«Was haben Sie gegen ihn?«fragte ich.
«Gegen ihn? Ich habe den Mistkerl mal geliebt. «Sie schenkte mir die Andeutung eines breiteren Lächelns, zuckte die Achseln und zog mit ihrer Karaffe weiter, während ich, wie das bei solchen Anlässen geht, bei einer Plauderrunde landete, zu der auch der ständig besorgte Trainer Oliver Quigley gehörte. Was mit dem Wind sei, wollte er wissen.»Es ist so kalt«, sagte er.
Meine harmlose leibliche Anwesenheit, noch dazu mit Kamera, schien ihn durcheinanderzubringen. Nun war ich zwar Ablehnung und Empörung von Seiten rennsportorientierter Leute gewohnt, die wie Kinder offenbar annahmen, ich sei am schlechten Wetter schuld. Auch war ich es gewohnt, der Unglücksbote zu sein, der von verlorenen Schlachten kündet, und man hatte es mir oft genug verübelt, daß ich lächelte, wenn ich Schneestürme voraussagte; aber daß ich Gefühle weckte, die nach Angst aussahen, war mir neu.
Du mußt dich irren, dachte ich. Allerdings kannte ich ihn nur als nervösen, vom Wetter besessenen Trainer, und wer weiß, daneben konnte er alle möglichen Probleme haben.
«Das kommt vom Ural«, sagte ich beschwichtigend.
Er war verwirrt.»Was denn?«
«Der Ostwind. Es ist früh für so einen starken Polarwind, aber wenn er bis Freitag bleibt, könnte Caspar Harveys Stute einen klaren, trockenen Tag bekommen.«
