
In der Woche vor dem Lunch bei Caspar Harvey machte ich die beiden wichtigsten Wetteransagen, jeden Abend um halb sieben und halb zehn, das hieß, ich berechnete täglich den wahrscheinlichen Weg der Luftmassen und gab meine Einschätzung zur Hauptsendezeit vor den Kameras bekannt. Viele Leute nahmen an, daß Wetterfrösche wie Kris und ich lediglich von Dritten geschriebene Berichte vortrugen, und waren überrascht, wenn wir erklärten, daß die Vorhersagen von uns selbst stammten. Erst wenn wir die Meldungen ferner Wetterstationen ausgewertet und mit Kollegen erörtert hatten, gingen wir >live<, ohne Skript und normalerweise allein in das winzige Studio, um die computergefertigten Wetterkartensymbole an der Karte von Großbritannien zu kommentieren.
Insgesamt gab es über zweihundert Wetterstationen auf den Britischen Inseln, deren Angaben über den örtlichen Luftdruck, die Windrichtung und die Windstärke einem großen Zentralrechner zugeführt wurden, der im Wetteramt in Bracknell bei Ascot westlich von London stand. Dieser Rechner empfing Daten aus der ganzen Welt, und man konnte ihm alles entnehmen, was in den nächsten achtundvierzig Stunden voraussichtlich an der Weltwetterfront passierte. Ganz sicher war jedoch nichts davon, und bei plötzlich nachlassendem Hochdruck konnten Polarwinde durchkommen, die unsere freudigen Erwartungen zu wenig überzeugenden Erklärungen gefrieren ließen.
Der Sonntag der Lunchparty bei Caspar Harvey Ende September begann jedoch hell und klar mit einem kalten Wind von Ost, Bedingungen, die den ganzen Tag vorhalten würden, so daß die Farmer in East Anglia ihre spätreife Gerste einfahren konnten.»Ideales Flugwetter«, meinte Kris.
