Kris war schlank, hochgewachsen und sah auffallend gut aus, mit klugen, hellblauen Augen, dichten blonden Stachelhaaren, denen kein Friseur beikam, einem kräftigen blonden Schnurrbart und — besonders auf dem Bildschirm    — einem nur angedeuteten Lächeln, das niemandem erlaubte, an seinen Worten zu zweifeln.

Er hatte sein aeronautisches Prachtstück auf dem Flugplatz von White Waltham stehen, gab einen Großteil seines Einkommens dafür hin und erklärte jedem, der ihm zuhörte, daß es als fit haltendes Herztonikum jeglichem Aerobic haushoch überlegen sei; und er begrüßte mich in White Waltham mit der aufgekratzten Freude, die ich aus Erfahrung kannte. Seine an den Zapfsäulen stehende Cherokee nahm Treibstoff auf, der so explosiv war wie er selbst, und beide Tragflächentanks wurden bis zum Rand gefüllt, um jedes bißchen Kondenswasser zu verdrängen, das sich beim Abkühlen der Maschine nach dem vorigen Flug gebildet haben konnte.

Statt der Schutzbrille und des weißen Schals der Piloten alter Schule trug Kris einen Norwegerpullover über einem dicken karierten Wollhemd. Er musterte meine dunkle Hose, das weiße Hemd, die blaue Jacke und nickte beifällig; meine biedere Erscheinung erlaubte es ihm gewissermaßen, zum Ausgleich den Exzentriker herauszukehren.

Er tankte fertig, überzeugte sich, daß die Verschlußkappen fest aufgeschraubt waren, und nachdem wir den weißen Flieger dann ein Stück von den Zapfsäulen weggeschoben hatten (kleines Zugeständnis an andere, die tanken mußten), ging er systematisch um die ganze Maschine herum, sagte sich seine Checkliste vor und berührte dabei die einzelnen wichtigen Teile. Wie üblich klappte er abschließend die beiden Hälften der Motorhaube auf, um sicherzugehen, daß der Mechaniker keinen Lappen im Getriebe zurückgelassen hatte (wie käme er dazu!), und wischte den Meßstab ab, bevor er ihn wieder in die Wanne tauchte und sich vergewisserte, daß der Ölstand ausreichte, um den Motor gleitfähig zu halten. Wenn es ans Fliegen ging, kannte Kris keinen Leichtsinn.



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