
Ingrey wich der Frage mit einer unbestimmten Geste aus, und Ulkra bedrängte ihn nicht weiter.
Leder knarrte, als Ingrey sich erhob, doch er hatte das Gefühl, als würden seine Muskeln noch lauter protestieren als die feuchten Gamaschen. Lady Ijada dankte ihm mit einem Knicks und schritt hinter dem Haushofmeister her. An der Treppe blickte sie über die Schulter zurück und bedachte ihn mit einem ernsten Blick voller Vertrauen.
Es war seine Pflicht, sie nach Ostheim zu bringen. Mehr nicht. Sie direkt in die Hände derer auszuliefern, die … ihrem Fall nicht freundlich gesonnen waren. Abwechselnd spannten seine Finger sich um den Schwertgriff und lösten sich wieder.
Mehr nicht.
Kapitel Zwei
Der Leichenzug, wenn man es als solchen bezeichnen konnte, rumpelte aus dem Burgtor hinaus in den Morgennebel. Ingrey hatte jeweils sechs Wachen vor und hinter dem Gefährt postiert, das man mit Wohlwollen einen Bauernkarren nennen konnte. Auf dem Karren lag ein hastig zusammengezimmerter, länglicher Kasten, in dem Bolesos Leiche auf grob zerstoßenem Salz gebettet war. Normalerweise diente es dazu, Wildbret einzupökeln — nun diente es dem Prinzen als Ruhelager.
In einem traurigen Versuch, die angemessene Förmlichkeit zuwege zu bringen, hatte Ulkra ein Hirschfell aufgetrieben und über den Sarg gebreitet. Ein paar spärliche Tücher um die Pfosten an den Ecken der Ladefläche ersetzten Behänge. Was immer die Wachen sonst noch unternommen hatten, um ihre Ausrüstung für den traurigen Anlass herzurichten — es ging in den feuchten Nebelschwaden unter. Ingreys Aufmerksamkeit galt eher den Seilen, die den Kasten an Ort und Stelle hielten.
Als Fuhrmann hatte Ulkra einen ansässigen Freisassen einberufen, dem auch der Wagen und das Gespann gehörten. Der Mann hatte die robusten Pferde bei den ersten schwierigen Kurven und Unebenheiten der schmalen Straße gut im Griff.
