
Ingrey sah keinen Grund zu höflicher Konversation mit seiner Gefangenen, und so schenkte er ihr bloß ein höfliches Nicken und setzte sich an die Spitze der Kolonne. Schweigend ritt er eine Weile dahin. Das Tröpfeln aus den Zweigen im nassen Wald und das melodische Gurgeln kleiner Bäche, die durch ausgehöhlte Baumstämme unter dem Weg hindurchplätscherten, kam ihm laut vor, trotz der ächzenden Wagenräder und dem Stampfen von Hufen hinter ihm. Nach einer letzten steilen Kehre wurde die Straße eben, und sie ließen das Laubdach hinter sich und tauchten in eine unerwartete Flut von Licht.
Die Sonne schien durch eine Lücke in der Bergkette im Osten. Ihr Strahlen verwandelte die feuchte Luft in wogendes Gold und ließ die fernen Anhöhen grün aufglühen. Ein einsamer Rauchfaden stieg aus dem dichten Wald empor — das einzige Zeichen einer menschlichen Gegenwart in dem Streifen zwischen dem Weiler und seinen Feldern. Vermutlich waren dort einige Köhler am Werke.
Der plötzliche Ausblick erleichterte Ingrey nicht. Stattdessen blickte er finster auf die schlammige Straße vor ihnen und lenkte das Pferd dann zur Seite, um zu prüfen, ob auch das hintere Ende des Leichenzuges ohne Zwischenfall aus dem Wald kam. Er drehte sich um und stellte fest, dass er neben Lady Ijada ritt.
Sie ließ den Blick schweifen. Stilles Vergnügen sprach aus ihren Augen, die in diesem neuen Licht goldbraun leuchteten. »Wie die Hügel strahlen! Ich liebe die Wälder zwischen den rauen Bergen und dem bewirtschafteten Land.«
»Die Gegend hier ist schwierig und gefährlich zum Reisen«, stellte Ingrey fest, »doch die Wege werden besser, wenn wir diese Einöde erst hinter uns gelassen haben.«
