
Guter Junge, dieser Ben. Er konnte zwar Jambus nicht von Daktylus unterscheiden, was ihn nicht mal interessierte, aber er schien einigermaßen intelligent und höflich zu sein. Als Highschool-Lehrer hatte Lander von der anderen Sorte genug für ein Dutzend Leben kennengelernt. Gott sei Dank hatte seine Tochter guten Geschmack, was Freunde anging.
»Longfellow kannte sich aus«, sagte Lander. »Der Urwald. Man kann ihn in den Knochen spüren - die Stille, die Abgeschiedenheit. Da draußen hat sich seit tausend Jahren nichts verändert. >Beim dunstigen Sumpf von Auber, in dem spukhaften Waldland von Weir.<«
»Das Poe-Programm«, erklärte Cordelia.
»Mittlerweile hätte ich nichts gegen sein Motel-Programm«, meldete sich Ruth zu Wort.
»Mom ist auch geil.«
»Das habe ich nicht gemeint, Cordie, und das weißt du genau!«
Cordelia und Ben lachten. Das Motel-Programm. Es versetzte Lander einen Stich im Herzen, als er sich seine Tochter unter Ben vorstellte, nackt und stöhnend. So, wie die beiden sich verhielten, hatten sie es bereits getan. Der Gedanke verursachte ihm Übelkeit, als hätte er etwas Kostbares verloren. Allerdings war sie 18. Alt genug, um zu wissen, was sie tat, um ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Er konnte sie nicht davon abhalten. Er wollte es auch nicht versuchen. Trotzdem schmerzte es ihn.
»Wir sollten ziemlich bald nach Barlow kommen«, sagte Ruth und leuchtete mit der Taschenlampe auf die Straßenkarte auf ihrem Schoß. »Wie wär's, wenn wir dort anhalten?«
»Willst du nicht versuchen, zum Mule Ear Lake durchzufahren?«, fragte Lander.
»Bis dorthin sind es noch Stunden, Schatz. Wir wären frühestens um Mitternacht dort, und wir haben Mr. Eisworth gesagt, wir würden um neun eintreffen. Wahrscheinlich würde er schon schlafen. Außerdem waren wir den ganzen Tag unterwegs.«
»Wenn wir tatsächlich den ganzen Tag unterwegs gewesen wären, dann wären wir inzwischen dort.«
