»Deine Entscheidung. Sollen wir es versuchen?«

»Was meint ihr, Kinder?«, fragte Ruth.

»Ich weiß auch nicht«, antwortete Cordelia. »Sieht irgend­wie unheimlich aus.«

Lander hielt den Wagen mitten auf der Straße an. Er war­tete und behielt den Rückspiegel im Auge, falls ein Auto käme.

»Sollen wir?«, wollte Ruth von ihm wissen.

»Wenn du willst.«

»Du bist ja eine große Hilfe«, beschwerte sie sich.

»Sag etwas, dann bleiben wir.«

»Na schön«, meinte Ruth. »Versuchen wir's.«

Lander schaltete den Blinker ein, bog ab und hielt neben dem Büro, in dem Licht brannte. »Ihr könnt ruhig hier warten.«

»Moment«, sagte Ruth. »Was hast du vor?«

»Uns anmelden.«

»Du weißt, was ich meine.«

»Ich glaube kaum, dass wir alle in eine dieser Hütten passen, du etwa?«

Sie schüttelte den Kopf.

»Also besorge ich uns zwei. Eine für die Jungs, eine für die Mädchen.«

»O Dad!«

»Nein«, sagte er. »Ich bin gern bereit, die Nacht hier zu verbringen, wenn das alle wollen, aber ich werde nicht Cordelias sexuelle Eskapaden fördern.«

»Lander!«

»Herrgott, Dad!«

»Das war unnötig«, schalt ihn Ruth.

Lander hatte mit einer Auseinandersetzung wegen der Schlafordnung für die Reise gerechnet. Es wäre besser gewesen, das schon vorher zu klären, aber er hatte gehofft, es irgendwie zu vermeiden. »Tut mir leid, aber so sehe ich es nun mal«, blieb er hart. »Solange wir alle zusammen sind, schlafen die beiden nicht in einem Zimmer. Nicht hier, und auch nicht in der Ferienhütte.«

»Na toll«, brummte Cordelia. »Einfach toll.«

»Entweder so, oder wir drehen um und blasen die ganze Sache ab.«

»Damit hätte ich kein Problem«, gab Cordelia zurück.

»Ich aber schon«, warf Ruth ein. »Wir sind hier hochge­fahren, um eine schöne Zeit zu verbringen, und das werden wir auch tun. Ich bin mit deinem Vater einer Meinung. Wir haben Ben zu Hause nie erlaubt, die Nacht mit dir zu ver­bringen, und ich wüsste nicht, weshalb wir jetzt damit anfangen sollten, nur, weil wir im Urlaub sind. Wärt ihr verheiratet, dann wäre das etwas anderes, aber ...«



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